Art des biometrischen Merkmals:
Algorithmen: Algorithmen beeinflussen vor allem die Falschakzeptanzrate FAR bei gegebener FRR. (Die FAR ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nichtberechtigter vom Authentifikationssystem akzeptiert wird.) Lange Zeit war die "algorithmische" FAR die einzige Betrachtungsweise zur Quantifizierung der Schutzwirkung, weil die Fehlerraten FAR und FRR vergleichsweise "einfach" zu ermitteln waren.
Zusatzmaßnahmen: Zu den Zusatzmaßnahmen gehören Lebenderkennung und Kopienerkennung in Form von geeigneten Hard- und Softwarezusatzmaßnahmen sowie Methoden zur Abwehr weiterer Angriffe, siehe "Biometrische Angriffe".
Systemgestaltung: Wie viele erfolglose Authentifikationsversuche
sind erlaubt, bevor das System sperrt? Sind bei einer Fingerprint-Erkennung
beliebige Drehungen, Abdruckgrößen, Abdruckausschnitte oder
Fingerbildkontraste erlaubt? Ist die Biometrie mit einer Chipkarte kombiniert?
Erfolgt eine Identifikation oder eine Verifikation? (Bei einer Identifikation
steigt die Falschakzeptanzrate fast proportional mit der Zahl der Referenzmerkmale.
Wenn man bei einer (Verifikations-) FAR von 10-6 zum Beispiel
100 000 Stadionbesucher mit einer Referenzmerkmalsdatenbank von
Attraktivität des Angriffs: Je mehr es sich für einen Angreifer lohnt, desto eher wird er sich den Mühen eines Angriffs unterziehen. Bedingt durch die hier gewählte Definition der Sicherheit, hängt die Sicherheit ja nicht nur von den Eigenschaften des Schutz- und Authentifikationssystems ob, sondern auch vom Wert des zu schützenden Objekts. Hat das Objekt keinerlei Wert, sinkt die Angriffsattraktivität erheblich, und die Sicherheit erreicht (fast) 100 %! In diesem Sinne lässt sich die Sicherheit erst dann quantifizieren, wenn bekannt ist, welcher Wert zu schützen ist.
Vorwissen und Geschicklichkeit des Angreifers: Die Schutzwirkung eines Sicherungssystems ist keine Konstante, sondern hängt ganz erheblich von den Fähigkeiten der potentiellen Angreifer ab. Das ist beim Tresorknacken nicht anders.
Abschreckung: Der Anreiz für einen Angriff kann ganz deutlich gesenkt werden, wenn der Angreifer mit persönlichen Konsequenzen rechnen muss. Dazu ist es wichtig, alle Authentifikationsversuche zu protokollieren und in einer nicht manipulierbaren Logdatei festzuhalten ("Beweissicherung"). Gelingt es, einen Angriffsversuch in Echtzeit festzustellen, sind echte Abwehrmaßnahmen (z. B. Benachrichtigung eines Wachdienstes oder Festhalten von Merkmalen des Angreifers per Videokamera) einleitbar.