IRI 1100, IRI 1101, IRI 1400, IRI 4400
I R - I N D I K A T O R - K A R T E N
zum Nachweis von Infrarotlicht
Moderne technische Informationsübertragungs- und Speichersysteme arbeiten
immer häufiger mit Infrarotlicht (Fernbedienungen, Glasfaserverbindungen,
CD-Spieler usw.). Möglich wurde dies durch die Halbleitertechnik,
die geeignete IR-Emitter in großer Auswahl als Leuchtdioden (LED)
und Laserdioden zur Verfügung stellt. Leider ist IR-Licht für
das menschliche Auge unsichtbar. Anders als UV-Licht, das viele Stoffe
zur sichtbaren Fluoreszenz anregt, ist IR-Licht nicht so einfach nachzuweisen.
"Schuld" daran ist die Stokes-Regel, die besagt, daß bei der Fluoreszenz
die Wellenlänge des abgestrahlten (emittierten) Lichts immer größer
ist als die des anregenden. Für IR-Licht bedeutet dies: Einmal IR
- immer IR. Trotzdem sind heute eine Reihe von kompliziert herzustellenden
kristallinen Leuchtstoffen bekannt, die es erlauben, IR-Licht ohne den
Umweg über die Elektronik direkt sichtbar zu machen. Bei den vorliegenden
IR-Indikator-Karten kommen zwei Funktionsprinzipien zur Anwendung:
Aufladbare IR-Indikatoren benutzen einen Leuchtstoff,
der unter Einhaltung der Stokes-Regel normalerweise sichtbar fluoresziert,
wenn er mit blauem oder ultraviolettem Licht angeregt wird. Durch eine
spezielle zusätzliche Kristalldotierung wird diese spontane Emission
jedoch weitgehend unterdrückt, die anregende Energie bleibt gespeichert
(geladen). Erst IR-Licht setzt die gespeicherte Energie unter Umgehung
der Stokes-Regel wieder frei. Man spricht deshalb von stimulierter Emission.
Dieses Funktionsprinzip nutzen die Typen IRI 1100, 1101 und 1400.
Konvertierende IR-Indikatoren können kontinuierlich
IR-Licht in sichtbares Licht umwandeln. Hierbei kommen Leuchtstoffe zum
Einsatz, die die Stokes-Regel durch Mehrphotonenprozesse umgehen. Aufgrund
der quadratischen Abhängigkeit der Emission von der Intensität
des eingestrahlten IR-Lichts (bei Zweiphotonenprozessen) ist dieses Funktionsprinzip
besonders vorteilhaft bei höheren Strahlungsleistungen. Die IR-Indikatorkarte
IRI 4400 arbeitet nach diesem Prinzip.
Vorbereitung: Aufladung
Aufladbare IR-Indikatorkarten vor Benutzung mit Tages- oder Leuchtstofflampenlicht
bestrahlen (aufladen) und bei Empfindlichkeitsabfall nach IR-Bestrahlung
oder Selbstentladung gegebenenfalls nachladen. Die Ladedauer hängt
von der Intensität des anregenden Lichts ab und beträgt in der
Regel weniger als eine Minute. Wichtig ist vor allem der Blauanteil des
Ladelichts. Die IRI 4400 benötigt keine Aufladung.
Einsatz: IR-Nachweis
Halten Sie die aktive Fläche der IR-Indikatorkarte bei gedämpften
Umgebungslicht oder in Dunkelheit möglichst nah an die IR-Quelle.
Bei vorhandener IR-Strahlung leuchtet die aktive Fläche sichtbar auf.
Um die IR-stimulierte Emission vom Selbstentladungsleuchten zu unterscheiden,
IR-Quelle evtl. ein- und ausschalten.
Welcher Typ für welche Anwendung?
IRI 1100. Aufladbar. Leuchtet bei IR-Bestrahlung orange auf. Leuchtstoff:
(nichtradioaktives) Strontiumsulfid, dotiert mit Europium und Samarium.
Hauptanwendung: mittlere IR-Intensitäten bei gedämpften
Umgebungslicht (z.B. Fernbedienungen). Ultrakurze Ansprechzeit.
Hohe Empfindlichkeit im Bereich um 1000 nm. Nutzbar von ca. 780 nm bis
ca. 1300 nm.
IRI 1101. Ähnlich IRI 1100, jedoch mit verbesserter Empfindlichkeit
bei 1300 nm. Leuchtfolie: Q-42 von Quantex.
IRI 1400. Aufladbar. Leuchtet bei IR-Bestrahlung grün auf.
Leuchtstoff: Zinksulfid, dotiert mit Kupfer und Blei. Besondere Eigenschaft
ist die sehr hohe Empfindlichkeit für niedrige IR-Intensitäten
unter ca. 900 nm bei Betrachtung im Dunkeln. Nutzbar von ca. 780
nm bis ca. 1500 nm. Beispiele: 880 nm-IR-LEDs, Fernfeld von 780 nm-Laserdioden
für CD-Spieler. Gut geeignet bei Benutzung mit Laserschutzbrillen.
Wegen zusätzlicher UV-Fluoreszenz auch als UV-Indikator anwendbar.
IRI 4400. Konvertierend. Diese Karte muß nicht aufgeladen
werden, sondern wandelt IR-Licht kontinuierlich in sichtbares Grün
um. Damit läßt sich problemlos der obere IR-Leistungsbereich
abdecken. Leuchtstoff: Yttrium-Ytterbium-Erbium-Verbindung. Maximale Empfindlichkeit
im Bereich um 950 nm. Nutzbar von ca. 830 nm bis ca. 1100 nm. Anwendungsbeispiele:
IR-LED LD 242 von Siemens direkt an der Gehäuseoberkante; fokussiertes
830 nm-Laserlicht; fokussierter IR-Anteil des Sonnenlichts; 950 nm-Fernbedienungen
bei Dunkelheit. Gut geeignet bei Benutzung mit Laserschutzbrillen. Wegen
der quadratischen Abhängigkeit der Grünemission von der IR-Intensität
aktive Fläche so nah wie möglich in die Nähe des IR-Emitters
bringen.
Vorsichtsmaßnahmen
Zur Vermeidung von Augenschäden Laserlicht nur mit Laserschutzbrille
untersuchen! Kurzwellige UV-Strahlung setzt die Lebensdauer der Indikatorkarte
herab und kann die Augen schädigen! Karte trocken lagern und nicht
über 50°C erhitzen!
Sonstige Daten
Kartenmaße: 85.6 mm x 54 mm x 0.76 mm
Aktive Leuchtfläche: 10 mm x 10 mm
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