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| Fragen und Antworten |
Letzte
Änderung: 2011-12-19
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Grundlagen
| Biometrische
Charakteristika |
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Performanz
| Performanzbestimmung
(für Spezialisten) |
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Stichwortsuche
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suchen, drücken Sie die Tastenkombination "Strg + F" und geben Sie
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(1) Allgemein:
Biometrie oder Biometrik ist die Lehre von der Messung an Lebewesen.
(2) ISO/IEC:
Biometrie ist die automatisierte Erkennung von Individuen anhand ihrer
verhaltensmäßigen oder biologischen Charakteristika.
| Was
ist eine "biometrische Erkennung"? |
Durch Messung
geeigneter verhaltensmäßiger oder biologischer Charakteristika
während eines Erkennungsvorgangs wird durch Vergleich mit den bei
einem "Kennenlernvorgang" (Enrolment) hinterlegten biometrischen Referenzen
die Identität einer Person festgestellt.
| Was
ist ein "biometrisches Charakteristikum"? |
Ein biometrisches
Charakteristikum ist eine biologische oder verhaltensabhängige Eigenschaft
eines Individuums, die einerseits gemessen werden kann und aus der sich
andererseits zur Unterscheidung verwendbare, reproduzierbare biometrische
Merkmale ableiten lassen, die zum Zwecke der automatischen Erkennung von
Individuen einsetzbar sind. Beispiel: Gesicht.
| Was
ist ein "biometrisches Sample"? |
Ein biometrisches
Sample ist eine analoge oder digitale Repräsentation eines biometrischen
Charakteristikums vor dem Prozess der biometrischen Merkmalssextraktion,
das durch ein biometrisches Datenerfassungsgerät bzw. ein biometrisches
Erfassungssubsystem erzeugt wird. Beispiel: elektronisches Passfoto.
Ein biometrisches
Sample wird üblicherweise von einem Sensor geliefert, der Hauptbestandteil
des biometrischen Datenerfassungsgeräts ist. Das biometrische Sample
enthält in der Regel mehr Informationen als für eine biometrische
Erkennung benötigt werden. Man spricht deshalb auch von Rohdaten.
In vielen Fällen handelt es sich hier wie beim Foto um direkte Abbilder
des biometrischen Charakteristikums.
| Was
sind "biometrische Merkmale"? |
Biometrische
Merkmale sind die aus einem biometrischen Sample extrahierten charakteristischen
Informationen, die sich direkt zum Vergleich mit einer biometrischen Referenz
heranziehen lässt. Beispiel: aus dem Passfoto extrahierte charakteristische
Maße wie Augenabstand, Nasengröße usw.
Die Extraktion der
biometrischen Merkmale aus dem biometrischen Sample hat zum Ziel, die biometrischen
Daten von allen überflüssigen Informationen zu befreien, die
nicht zur biometrischen Erkennung beitragen. Dies ermöglicht einen
schnelleren Vergleich, eine höhere biometrische Performanz und kann
Datenschutzvorteile haben.
| Was
ist eine "biometrische Referenz"? |
Eine biometrische
Referenz besteht aus den in Form eines oder mehrerer biometrischer Samples,
biometrischer Templates oder biometrischer Modelle abgespeicherten und
einer Person zugeordneten Referenzdaten, die sich zum Vergleich heranziehen
lassen.
Von biometrischen
Templates spricht man, wenn es sich um abgespeicherte biometrische Merkmale
handelt. Ein biometrisches Modell ist eine gespeicherte personenspezifische
Funktion, die unter Verwendung von biometrischen Merkmalen bestimmt wurde
und beim Vergleich zur Erzeugung des Vergleichsergebnisses auf die biometrischen
Merkmale eines biometrischen Erkennungssamples angewendet wird.
| Was
ist ein "biometrisches Template"? |
Ein biometrisches
Template ist ein Sonderfall einer biometrischen Referenz, bei dem biometrische
Merkmale zum Zwecke des Vergleichs abgespeichert wurden.
Der Vergleich findet
ihm Rahmen eines Erkennungsvorgangs zwischen dem abgespeicherten biometrischen
Template und den aktuellen biometrischen Merkmalen statt, die aus den vom
biometrischen Datenerfassungsgerät bzw. Sensor kommenden biometrischen
Daten gewonnenen wurden.
Um eine
Person anhand ihrer biometrischen Charakteristika und den daraus abgeleiteten
biometrischen Merkmalen erkennen zu können, muss zunächst ein
Kennenlernen stattfinden. Dieser Vorgang des Kennenlernens wird Enrolment
genannt und besteht darin, für eine zu erfassende betroffene Person
einen mit ihr verbundenen Enrolmentdatensatz zu erstellen und in der biometrische
Enrolment-Datenbank zu speichern. Der Enrolmentdatensatz besteht aus einer
oder mehreren biometrischen Referenzen und beliebigen nicht-biometrischen
Daten wie Namen oder Personalnummer.
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Biometrisches
Sample
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Biometrische
Merkmale
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Biometrisches
Charakteristikum
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Biometrisches
Datenerfas- sungsgerät
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Biometrische
Merkmals- Extraktion
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Biometrische
Enrolment- Datenbank
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Typischer
interner Enrolment-Ablauf
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| Wie
läuft eine biometrische Erkennung ab? |
Zur Erkennung
präsentiert die betroffene Person dem biometrischen Datenerfassungsgerät
sein biometrisches Charakteristikum, das daraus ein biometrisches (Erkennungs-)Sample
ableitet. Aus dem Erkennungssample erzeugt die Merkmalsextraktion die biometrischen
Merkmale, die mit einem oder mehreren biometrischen Templates aus der biometrischen
Enrolment-Datenbank verglichen werden. Aufgrund der statistischen Natur
der biometrischen Samples wird es in der Regel keine 100%ige Übereinstimmung
geben können. Deshalb wird der auf den Vergleicher folgende Entscheider
nur dann von einer Zugehörigkeit der betroffenen Person zu einem biometrischen
Template ausgehen und eine Erkennung signalisieren, wenn die Ähnlichkeit
einen einstellbaren Schwellwert überschreitet.
|
Biometrisches
Sample
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|
Biometrische
Merkmale
|
|
|
Biometrisches
Charakteristikum
|
|
|
|
Biometrisches
Datenerfas- sungsgerät
|
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Biometrische
Merkmals- Extraktion
|
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Vergleicher
& Entscheider
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Biometrische
Enrolment- Datenbank
|
Biometrische
Templates
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Typisches
biometrisches Erkennungssystem
|
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| Welche
Anforderungen sind an biometrische Charakteristika zu stellen? |
Bei der
Entwicklung biometrischer Verfahren geht es darum, Körper- und Verhaltenscharakteristika
zu finden und zur Erkennung zu nutzen,
-
die über möglichst
eindeutige biometrische Merkmale bzw. Merkmalsmuster verfügen, die
sich bei keiner weiteren Person wiederholen: Eindeutigkeit
-
bei möglichst vielen
Personen vorkommen: Universalität
-
deren biometrischen
Merkmale sich zeitlich möglichst wenig verändern:
Konstanz
-
mit möglichst einfachen
technischen Mitteln erfassbar sind: Messbarkeit
-
deren Erfassung für
den Betroffenen bequem durchführbar ist: Anwenderfreundlichkeit
| Welches
sind die bekanntesten biometrischen Charakteristika? |
| Biometrisches
Charakteristikum |
Beschreibung
der Merkmale |
| Fingerprint |
Fingerlinienbild, Porenstruktur |
| Unterschrift
(dynamisch) |
Schriftzug mit Druck- und
Geschwindigkeitsverlauf |
| Gesichtsgeometrie |
Abstände der gesichtsbestimmenden
Merkmale (Augen/Nase/Mund) |
| Iris |
Irismuster |
| Retina |
Augenhintergrund (Muster
des Adernstruktur) |
| Handgeometrie |
Maße der Finger und
des Handballens |
| Fingergeometrie |
Fingermaße |
| Venenstruktur
der Hand |
Venenstruktur der Finger,
der Handrückfläche oder der Handinnenfläche |
| Ohrform |
Abmessungen der sichtbaren
Ohrbestandteile |
| Stimme |
Klangfarbe |
| DNA |
Codierung der DNA als Träger
der menschlichen Erbanlagen |
| Geruch |
Chemische Zusammensetzung
der menschlichen Geruchs |
| Tastenanschlag |
Rhythmus des Tastenanschlags
(PC- oder sonstige Tastatur) |
| Wie
entstehen biometrische Charakteristika? |
Biometrische
Charakteristika entstehen
-
durch Vererbung: genotypisch
-
durch Zufallsprozesse
in einer Frühphase der embryonalen Entwicklung: randotypisch
-
oder sind durch Training
bestimmt: konditioniert
In der Regel sind bei
biometrischen Charakteristika alle drei Entstehungsarten mit zum Teil stark
unterschiedlichen Wichtungen vertreten. Die folgende Tabelle schätzt
die Priorität der jeweiligen Anteile (o ist niedrig, ooo hoch):
| Biometrisches
Charakteristikum |
genotypisch*
|
randotypisch*
|
konditioniert**
|
| Fingerprint
(nur Minuzien) |
o
|
ooo
|
o
|
| Unterschrift
(dynamisch) |
oo
|
o
|
ooo
|
| Gesichtsgeometrie |
ooo
|
o
|
o
|
| Irismuster |
o
|
ooo
|
o
|
| Retina
(Blutgefäßstruktur) |
o
|
ooo
|
o
|
| Handgeometrie |
ooo
|
o
|
o
|
| Fingergeometrie |
ooo
|
o
|
o
|
| Venenstruktur
der Hand |
o
|
ooo
|
o
|
| Ohrform |
ooo
|
o
|
o
|
| Stimme
(Klang) |
ooo
|
o
|
oo
|
| DNA |
ooo
|
o
|
o
|
| Geruch |
ooo
|
o
|
o
|
| Tastenanschlag |
o
|
o
|
ooo
|
| Vergleich:
Passwort |
|
|
(ooo)
|
*Randotypische Muster zeigen häufig ein
genotypisches Verhalten in der Grobstruktur, das sich mit zunehmender Verfeinerung
immer mehr zurückbildet (Beispiel: Verästelung eines Baums)
**Die meisten Realisierungen reagieren mehr
oder weniger stark auf Lerneffekte bei der Bedienung und haben deshalb
nicht zu vernachlässigende konditionierte Anteile
| Welchen
Einfluss hat die Entstehungsart auf die Brauchbarkeit biometrischer Charakteristika? |
Obwohl die
Entstehungsart nicht allein über die Brauchbarkeit entscheidet, sind
doch ein paar Dinge zu beachten:
-
Rein genotypische Charakteristika
lassen sich nicht zur Unterscheidung von eineiigen Zwillingen und Klonungen
heranziehen
-
Rein konditionierte
Charakteristika sind per Definition besonders einfach nachzuahmen
-
Stark konditionierte
Charakteristika hängen stark von äußeren Einflüssen
und Stimmungen des Benutzers ab
-
Für Identifizierungszwecke
sind in der Regel randotypische Anteile unverzichtbar, denn diese sind
eine notwendige Voraussetzung für Einmaligkeit
| Woran
erkennt man randotypische Charakteristika? |
Folgende
Bedingungen müssen erfüllt sein:
-
Selbst eineiige Zwillinge
haben deutlich unterscheidbare Charakteristika
-
Faustregel: Randotypische
Charakteristika folgen NICHT der Körpersymmetrie. Beispiel: Rechte
und linke Iris haben unterschiedliche Feinstrukturen, die nicht etwa spiegelsymmetrisch
zueinander sind.
| Welche
biometrischen Charakteristika weisen die höchste zeitliche Konstanz
auf? |
Gründe
für eine zeitliche Varianz gibt es viele:
-
Wachstum
-
Abnutzung
-
Alterung
-
Verschmutzung
-
Verletzung und Art der
Regeneration
-
etc.
Im Vorteil sind solche
biometrischen Charakteristika, die von diesen Varianzen unbeeinflusst bleiben.
In welchem Maße das möglich ist, zeigt folgende Tabelle, deren
Werte geschätzt sind. Regenerierbare Effekte wie Verschmutzung und
regenerierbare Verletzungen sind nicht berücksichtigt.
| Biometrisches
Charakteristikum |
Zeitliche
Konstanz |
| Fingerprint
(Minuzien) |
oooooo |
| Unterschrift
(dynamisch) |
oooo |
| Gesichtsgeometrie |
ooooo |
| Irismuster |
ooooooooo |
| Retina |
oooooooo |
| Handgeometrie |
ooooooo |
| Fingergeometrie |
ooooooo |
| Venenstruktur
der Hand |
oooooo |
| Ohrform |
oooooo |
| Stimme
(Klang) |
ooo |
| DNA |
ooooooooo |
| Geruch |
oooooo? |
| Tastenanschlag |
oooo |
| Vergleich:
Passwort |
ooooo |
| Welche
biometrischen Charakteristika sind am besten für Erkennungszwecke
geeignet? |
Um einen
Gesamtvergleich verschiedener biometrischer Charakteristika zu ermöglichen,
sind zunächst die Bewertungskriterien festzulegen. In unserem Fall
gehen wir von vier Faktoren aus:
-
Komfort: ergibt
sich aus Dauer einer Erkennung und dem nutzerseitigen Aufwand (Anwenderfreundlichkeit).
-
Genauigkeit:
bestimmt die Fehlerraten im praktischen Einsatz (Eindeutigkeit, Konstanz,
Messbarkeit).
-
Verfügbarkeit:
beschreibt den Anteil einer potentiellen Nutzergruppe, der ein biometrisches
Charakteristikum für technische Erkennungszwecke nutzen kann (Universalität,
Messbarkeit).
-
Kosten: werden
im Wesentlichen durch das Datenerfassungsgerät bestimmt.
Man beachte, dass es
sich bei dieser Wertung zum Teil um durch heutige Realisierungen bedingte
Einschätzungen handelt, die sich mit neuen Lösungen deutlich
verschieben können.
| Biometrisches
Charakteristikum |
Komfort
|
Genauigkeit
|
Verfügbarkeit
|
Kosten
|
| Fingerprint |
ooooooo |
ooooooo |
oooo |
ooo |
| Unterschrift
(dynamisch) |
ooo |
oooo |
ooooo |
oooo |
| Gesichtsgeometrie |
ooooooooo |
oooo |
ooooooo |
ooooo |
| Iris |
oooooooo |
ooooooooo |
oooooooo |
oooooooo |
| Retina |
oooooo |
oooooooo |
ooooo |
ooooooo |
| Handgeometrie |
oooooo |
ooooo |
oooooo |
ooooo |
| Fingergeometrie |
ooooooo |
ooo |
ooooooo |
oooo |
| Venenstruktur
der Hand |
oooooo |
oooooo |
oooooo |
ooooo |
| Ohrform |
ooooo |
oooo |
ooooooo |
ooooo |
| Stimme |
oooo |
oo |
ooo |
oo |
| DNA (=
DNS) |
o |
ooooooo |
ooooooooo |
ooooooooo |
| Geruch |
? |
oo |
ooooooo |
? |
| Tastenanschlag |
oooo |
o |
oo |
o |
| Vergleich:
Passwort |
ooooo |
oo |
oooooooo |
o |
grün =
am besten rot = am ungünstigsten
Wie man
sieht, ist eine eindeutige Entscheidung zugunsten eines einzigen biometrischen
Charakteristikums schwer möglich! Von den biometrischen Charakteristika
mit hoher Genauigkeit weist Fingerprint heute die niedrigsten Kosten auf.
Die Iris zeigt überall Spitzenwerte, leider auch bei den Kosten. Wenn
es gelänge, die Kosten deutlich zu senken, wäre die Iris eindeutig
der Spitzenreiter!
DNA erhält
bei der Genauigkeit einen Punktabzug, da dieses Charakteristikum keine
Unterscheidung von eineiigen Zwillingen ermöglicht.
| Was
versteht man unter Authentifizierung, Identifizierung und Verifizierung? |
Hier definieren
wir Authentifizierung als den Prozess oder Vorgang zur Bestimmung
der Identität einer Person und Bestätigung ihrer Authentizität
(Echtheit). Eine erfolgreiche Authentifizierung wird Authentifikation
genannt.
In Multiuser-Systemen
setzt sich eine Authentifizierung in der Regel aus einer Identifizierung
mit nachfolgender Verifizierung zusammen. Der Identifizierungsteil bestätigt,
dass die Identität, die dem System überlicherweise als Identifikator
wie z.B. einem Usernamen mitgeteilt wird, bekannt ist. Falls die Identifizierung
erfolgreich war, spricht man von Identifikation. In einer nächsten
Stufe wird die Identität mittels Verifikator verifiziert. Der Verifikator
ist z.B. ein Geheimnis, das die zu authentifizierende Person mit dem authentifizierenden
System teilt. War die Verifizierung erfolgreich, spricht man von Verifikation.
Überlicherweise
werden Identifikatoren als öffentlich und Verifikatoren als Geheimnisse
betrachtet. Beispiele für Verifikatoren sind das Bartmuster eines
Schlüssels oder ein Passwort.
Im Zusammenspiel
mit einer Authentifizierung ist die Autorisierung der Prozess, einer
Person bestimmte Rechte und Erlaubnisse zuzuordnen.
| Was
ist eine biometrische Authentifizierung? |
Es gibt zwei Möglichkeiten,
biometrische Charakteristika vorteilhaft zur Authentifizierung
zu nutzen, nämlich als Identifikator oder als Verifikator. Beim Einsatz
von Biometrie als Identifikator ist die Einmaligkeit (sehr niedrige FAR)
von wesentlicher Bedeutung, besonders wenn die Zahl der User sehr hoch
ist. Kommt die Biometrie als Verifikator zum Einsatz, sind die biometrischen
Charakteristika als geheim zu betrachten. Ist dies nicht sinnvoll, kann
eine Fälschungserkennung zur Abwehr mechanischer Kopien des biometrischen
Charakteristikums wichtig sein.
| Welche
grundlegenden Authentifizierungsarten gibt es? |
Biometrie
"Wer ich bin"
Die Biometrie
liefert von Natur aus das älteste Verfahren zur Erkennung von Menschen,
und zwar durch unvergessbare und unverlierbare Körpercharakteristika.
Nachdem der Mensch die Erkennung seit Urzeiten selber durchführen
musste, ist die Technik heute so leistungsfähig, dass sie ihm diese
Aufgabe abnehmen kann.
Geheimes Wissen
"Was ich weiß"
Hier erfolgt
die Authentifizierung durch geheime PINs und Passwörter, die sich
der Berechtigte merken und mit dem Authentifizierenden als geheimes Wissen
teilen muss. Dies war für die Authentifizierung gegenüber Automaten
bislang die am einfachsten zu realisierende Methode. Anwendung findet geheimes
Wissen vielfach auch dort, wo mehrere Personen auf einfache Weise
authentifiziert werden sollen ohne unterschieden werden zu müssen.
Persönlicher
Besitz "Was ich habe"
Beispiele
für Authentifizierung durch Besitz sind Schlüssel, Karte/Ausweis
(mit und ohne Chip) oder allgemein ein Token, mit dem ich mir z. B. Zugang
zu nichtöffentlichen Räumen verschaffe. Das Wesentliche für
diese Methode ist der Austausch geheimer Merkmale nicht zwischen Person
und Authentifizierer, sondern zwischen Token und Authentifizierer. (Theoretisch
könnte man auf ein Geheimnis verzichten, wenn der Token nicht kopierbar
ist und der Authentifizierer die Echtheit überprüfen kann.)
Kombinationsverfahren
Aus Sicherheitsgründen
ist es oft üblich, zwei oder drei der genannten Verfahren zu kombinieren,
z. B. Bankkarte mit PIN. Nur mit solchen "Mehrfaktorsystemen" lassen sich
auch die Anforderungen an "starke Authentifizierung" erfüllen.
| Welche
Vorteile haben biometrische Verfahren zur Authentifizierung? |
Die fortschreitende
Automatisierung und die Entwicklung neuartiger technischer Systeme wie
Internet und Handy haben dazu geführt, dass sich der Anwender nicht
mehr gegenüber Menschen sondern gegenüber einer technischen Einrichtung
authentifizieren muss. Zur persönlichen Verifizierung hat sich dabei
das geheime Passwort bzw. die PIN durchgesetzt. Beispiele aus dem täglichen
Leben sind der Geldautomat, das Handy oder der Internetzugang am heimischen
PC. Damit ein Passwort nicht erraten werden kann, sollte es möglichst
lang sein, möglichst in keinem Wörterbuch vorkommen und am besten
noch Sonderzeichen wie +, -, § oder so enthalten. Außerdem sollte
der Anwender das Geheimwort aus Sicherheitsgründen nicht aufschreiben,
auf keinen Fall an Dritte weitergeben und spätestens alle drei Monate
wechseln. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass viele Anwender
mit gut 30 Passwörtern umgehen müssen, von denen die meisten
nur selten benutzt werden, ist klar, dass der Aufwand für vergessene
Passwörter enorm ist und den Anwender geradezu zwingt, Abstriche bei
der Sicherheit zu machen. Das Passwort ist eben sehr maschinen-,
dafür aber wenig benutzerfreundlich.
Was liegt also näher,
als sich auf die Natur zurückzubesinnen. Der Mensch benutzt zur Erkennung
seiner Mitmenschen charakteristische körperliche Merkmale wie Gesichtsform
oder Klang der Stimme. Die Biometrie als Lehre von der Erfassung und Vermessung
körperlicher Merkmale kennt inzwischen eine Vielzahl von weiteren
Charakteristika, die sich ideal zur eindeutigen Erkennung sogar von Zwillingen
heranziehen lassen. Beispiele sind Fingerprint, Iris und Blutgefäßstrukturen.
Um mit der Erkennungsleistung des menschlichen Gehirns mithalten zu können
(vorausgesetzt man beschränkt sich auf ein einziges biometrisches
Erkennungverfahren), sind allerdings gut 100 Mio. Rechenoperationen pro
Sekunde zu leisten. Da Standard-PCs diese hohe Rechenleistung heute spielend
erreichen und andererseits geeignete Sensoren zur Aufnahme der menschlichen
Körpermerkmale immer kostengünstiger werden, ist jetzt die Zeit
gekommen, das Passwort flächendeckend durch eine benutzerfreundliche
Alternative zu ergänzen: die Biometrie.
Auf Basis der Benutzerfreundlichkeit
bietet Biometrie als alternativer Authentifizierungsbestandteil die Chance
zur deutlichen Kostenreduktion ohne Sicherheitseinbußen. Als Ergänzung
zu herkömmlichen Verfahren bietet sich Biometrie sogar zum Einsatz
in besonders gefährdeten Bereichen an.
| Welche
Eigenschaften haben die unterschiedlichen Authentifizierungsarten? |
|
Geheimes Wissen
|
Persönlicher
Besitz
|
Biometrie
|
| Beispiele |
Passwort, PIN
|
Schlüssel, Ausweis/Karte
|
Fingerprint, Gesicht,
DNS
|
| Kopierbarkeit |
"Software"
|
einfach bis sehr schwierig
|
einfach bis schwierig
|
| Verlust |
"vergessen"
|
einfach
|
sehr schwierig
|
| Diebstahl |
ausspionieren
|
möglich
|
schwierig
|
| Weitergabe |
einfach
|
einfach
|
einfach bis schwierig
|
| Änderbarkeit |
einfach
|
einfach
|
einfach bis sehr schwierig
|
*hängt
auch von der Qualität einer Kopiendetektion innerhalb des Authentifizierer
ab
| Was
ist der Unterschied zwischen Identifizierung und Verifizierung? |
Bei einer
biometrischen Identifizierung werden die biometrischen Erkennungsmerkmale
mit mehreren oder
allen im biometrischen System gespeicherten
biometrischen Referenzen verglichen.
Bei einer biometrischen
Verifizierung werden die biometrischen Erkennungsmerkmale mit einer im
biometrischen System gespeicherten biometrischen Referenz verglichen.
Ist im System nur
eine
biometrischen
Referenz gespeichert, verhält sich die biometrische Identifizierung
wie eine biometrische Verifizierung. Beispiel: Einsatz im Handy, das nur
von seinem Besitzer genutzt werden soll. Andernfalls lässt sich die
biometrische Verifizierung als Grenzfall der biometrischen Identifizierung
betrachten.
| Welche
Vorteile hat eine Verifizierung gegenüber einer Identifizierung? |
-
Die biometrische Verifizierung
ist wesentlich schneller als die biometrische Identifizierung, wenn die
Zahl der biometrischen Referenzen sehr hoch ist.
-
Die biometriche Verifizierung
ist biometrisch deutlich performanter als die biometrische Identifizierung,
insbesondere, wenn die Zahl der biometrischen Referenzen sehr hoch ist.
| Was
ist der Unterschied zwischen positiver und negativer Identifizierung? |
Bei einer positiven Identifizierung
ist der Nutzer an einer Identifikation interessiert, bei einer negativen
Identifizierung
versucht er sie zu vermeiden. Beispielsweise ist ein Dieb nicht daran interessiert,
durch Vergleich von am Tatort hinterlassenen Latenzfingerabdrücken
mit seinen Fingerabdrücken identifiziert zu werden. Dies wäre
eine negative Identifizierung. Wenn ich hingegen
berechtigt bin, mein Büro zu betreten, bin ich stark an einer Identifikation
z.B. durch ein Iriserkennungssystem interessiert. Dies ist ein Beispiel
für eine positive Identifizierung.
Der Unterschied zwischen positiver und
negativer
Identifizierung wirkt sich vor allem
hinsichtlich der Nutzerkooperation aus. Im negativen Fall kann man selbst
dann nicht von einer kooperativen Haltung des zu Identifizierenden bei
der Merkmalsaufnahme ausgehen, wenn er "unschuldig" ist. Deshalb ist eine
negative Identifizierung oft unter Beobachtung
durchzuführen. Sogar der Sensor kann von der Art der Identifizierung
betroffen sein: Negative Fingerabdruckidentifizierung benötigt wenigstens
für den Enrolmentprozess einen Sensor, der den vollen Fingerabdruck
aller 10 Finger aufnehmen kann.
| Welches
sind die Hauptanwendungsgebiete für Identifizierung bzw. Verifizierung? |
Kriminalistik
-
Vergleich von
Tatortspuren mit hinterlegten oder nachträglich erfassten biometrischen
Daten
-
Beispiele: Fingerprint,
DNS
Sicherung
Authentifizierung eines
Users und daraus abgeleitete Berechtigungen
Beispiel: Zutrittsberechtigung
per Stimme und Ausweis
Komfort
-
Identifizierung einer
Person und daraus abgeleitete persönliche Einstellungen
-
Beispiel: Einstellung
der Autositze, -spiegel usw. per Gesichtserkennung
| Welche
Organisationen kümmern sich um die Standardisierung biometrischer
Systeme? |
ISO/IEC JTC1 SC 37 (Welt)
DIN NI-37 (Deutschland)
| Welche
biometrischen Normen gibt es derzeit? |
Biometriespezifische
Normen sind zum Teil noch in Arbeit oder wurden zur Standardisierung bei
ISO eingereicht. Abgeschlossene Projekte mit IS-Status (International Standard)
sind fett gedruckt. Zu den zu bearbeitenden Themen gehören u.a. (Stand
2010-08-07):
| Working number |
Titel |
| 19784-1 |
Biometric
Application Programming Interface Part 1: The BioAPI Specification |
| 19784-2 |
Biometric
Application Programming Interface Part 2: Biometric Archive Function Provider
Interface |
| 19784-3 |
Biometric
Application Programming Interface Part 3: BioAPI Lite |
| 19784-4 |
Biometric
Application Programming Interface Part 4: Biometric Sensor Function Provider
Interface. |
| 19785-1 |
Common
Biometric Exchange Framework Format - Part 1: Data Element Specification |
| 19785-2 |
Common
Biometric Exchange Framework Format - Part 2: Procedures for the operation
of the biometric registration authority |
| 19785-3 |
Common
Biometric Exchange Framework Format - Part 3: Patron Format Specification |
| 19785-4 |
Common
Biometric Exchange Framework Format - Part 4: Security Block Format Specification |
| 19794-1 |
Biometric
data interchange formats Part 1: Framework |
| 19794-2 |
Biometric
data interchange formats Part 2: Finger Minutiae Data |
| 19794-3 |
Biometric
data interchange formats Part 3: Finger Pattern Spectral Data |
| 19794-4 |
Biometric
data interchange formats Part 4: Finger Image Data |
| 19794-5 |
Biometric
data interchange formats Part 5: Face Image Data |
| 19794-6 |
Biometric
data interchange formats Part 6: Iris Image Data |
| 19794-7 |
Biometric
data interchange formats Part 7: Signature/Sign Time Series Data |
| 19794-8 |
Biometric
data interchange formats Part 8: Finger Pattern Skeletal Data |
| 19794-9 |
Biometric
data interchange formats Part 9: Vascular Biometric Image Data |
| 19794-10 |
Biometric
data interchange formats Part 10: Hand Geometry Silhouette Data |
| 19794-11 |
Biometric
data interchange formats Part 11: Signature/Sign Processed Dynamic Data |
| 19794-12 |
Biometric
data interchange formats Part 12: Face Identity Data |
| 19794-13 |
Biometric
data interchange formats Part 13: Voice Data |
| 19794-14 |
Biometric
data interchange formats Part 14: DNA Data |
| 19795-1 |
Biometric
Performance Testing and Reporting - Part 1: Principles and Framework |
| 19795-2 |
Biometric
Performance Testing and Reporting - Part 2: Testing Methodologies for Technology
and Scenario Testing |
| 19795-3 |
Biometric
Performance Testing and Reporting - Part 3: Modality-Specific Testing |
| 19795-4 |
Biometric
Performance Testing and Reporting - Part 4: Interoperability Performance
Testing |
| 19795-5 |
Biometric
Performance Testing and Reporting - Part 5: Scenario Evaluation of Biometric
Access Control Systems |
| 19795-6 |
Biometric
Performance Testing and Reporting - Part 6: Testing Methodologies for Operational
Evaluation |
| 19795-7 |
Biometric
Performance Testing and Reporting - Part 7: Testing of ISO/IEC 7816-based
Verification Algorithms |
| 24708 |
Biometric
Interworking Protocol (BIP) |
| 24709-1 |
BioAPI
Conformance Testing – Part 1: Methods and Procedures |
| 24709-2 |
BioAPI
Conformance Testing – Part 2: Test Assertions for Biometric Service Providers |
| 24709-3 |
BioAPI
Conformance Testing – Part 3: Test Assertions for BioAPI Frameworks |
| 24709-4 |
BioAPI
Conformance Testing – Part 4: Test Assertions for Biometric Applications |
| 24713-1 |
Biometric
Profiles for Interoperability and Data Interchange - Part 1: Overview of
biometric systems and
biometric profiles |
| 24713-2 |
Biometric
Profiles for Interoperability and Data Interchange - Part 2: Physical Access
Control for Employees at Airports |
| 24713-3 |
Biometric
Profiles for Interoperability and Data Interchange - Part 3: Biometric-Based
Verification and Identification of Seafarers |
| 24714-1 |
Technical
Report on Cross-Jurisdictional and Societal Aspects of Implementation of
Biometric Technologies - Part 1: General guidance |
| 24714-2 |
Technical
Report on Cross-Jurisdictional and Societal Aspects of Implementation of
Biometric Technologies - Part 2: Practical Application to Specific Contexts |
| 24722 |
Technical
Report on Multi-Modal and Other Multi-Biometric Fusion |
| 24741 |
Technical
Report For a Biometric Tutorial |
| 24745 |
Biometric
template protection |
| 24779-1 |
Cross-Jurisdictional
and Societal Aspects of Implementation of Biometric Technologies - Pictograms,
Icons and Symbols for Use with Biometric Systems - Part 1 |
| 24779-2 |
Cross-Jurisdictional
and Societal Aspects of Implementation of Biometric Technologies - Pictograms,
Icons and Symbols for Use with Biometric Systems – Part 2: Fingerprint
applications |
| 29109-1 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 1: Generalized
Conformance Testing Methodology |
| 29109-2 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 2: Finger
Minutiae Data |
| 29109-4 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 4: Finger
Image Data |
| 29109-5 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 5: Face
Image Data |
| 29109-6 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 6: Iris
Image Data |
| 29109-7 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 7: Signature/Sign
Series Data |
| 29109-8 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 8: Finger
Pattern Skeletal Data |
| 29109-9 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 9: Vascular
image data |
| 29109-10 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 10: Hand
Geometry Silhouette Data |
| 29109-13 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 13: Voice
Data |
| 29109-14 |
Conformance
Testing Methodology for Biometric Data Interchange Records as defined in
ISO/IEC 19794 Biometric Data Interchange Format Standard - Part 14: DNA
Data |
| 29120-1 |
Machine
readable test data for biometric testing and reporting |
| 29129 |
Tenprint
Capture Using BioAPI |
| 29141 |
Tenprint
capture using biometric application programming interface (BioAPI) |
| 29159-1 |
Biometric
Calibration and Augmentation Data - Part 1: Fusion Information Format |
| 29164 |
BioAPI
Lite |
| 29794-1 |
Biometric
Sample Quality Standard Part 1: Framework |
| 29794-4 |
Biometric
Sample Quality Standard Part 4: Finger Image |
| 29794-5 |
Biometric
Sample Quality Standard Part 5: Face Image |
| Gibt
es genormte biometrische Fachbegriffe? |
Nein. Innerhalb der Arbeitsgruppe
1 von ISO/IEC JTC 1/ SC37 wird derzeit allerdings ein englischsprachiges
Dokument namens "Harmonized Biometric Vocabulary" erarbeitet. Eine gelegentlich
aktualisierte Zwischenversion dieses Vokabulars findet sich unter Informationsquellen.
Für die Übersetzungen sind die nationalen Normungsgremien zuständig.
| Womit
werden die biometrischen Charakteristika erfasst? |
Zur Erfassung
und Umwandlung der biometrischen Charakteristika in computergerechte Informationen
benötigt man geeignete Datenerfassungsgeräte bzw. Sensoren, siehe
Tabelle.
Sicherlich gibt es
mehr oder weniger große Unterschiede in den Kosten der einzelnen
Sensoren. Jedoch darf man nicht vergessen, dass in vielen technischen Geräten
bereits Sensoren eingebaut sind, die sich dann fast zum Nulltarif für
die Messung der biometrischen Charakteristika nutzen lassen.
| Biometrisches
Charakteristikum |
Sensor |
| Fingerprint
(Minuzien) |
kapazitiv,
optisch, thermisch, akustisch, drucksensitiv |
| Unterschrift(dynamisch) |
Tablett |
| Gesichtsgeometrie |
Kamera |
| Irismuster |
Kamera |
| Retina |
Kamera |
| Handgeometrie |
Kamera |
| Fingergeometrie |
Kamera |
| Venenstruktur
der Hand |
Kamera (infrarot) |
| Ohrform |
Kamera |
| Stimme
(Klang) |
Mikrofon |
| DNA |
Chemisches Labor |
| Geruch |
Chemosensoren |
| Tastenanschlag |
Tastatur |
| Vergleich:
Passwort |
Tastatur |
| Woraus
besteht ein biometrisches Authentifizierungssystem? |
Grundsätzlich
besteht ein biometrisches Authentifizierungssystem aus
| Welche
Rechenleistung erfordert ein biometrisches System? |
Die Rechenleistung
ist prinzipiell für den Prozess der Mustererkennung [Wikipedia]
erforderlich. Sie bewegt sich für alle biometrischen Charakteristika
typischerweise im Bereich von 100 Mill. Operationen pro Sekunde und ist
deshalb problemlos von moderner, kostengünstiger Hardware (PC, DSP
[Wikipedia])
aufzubringen.
| Wie
funktionieren Enrolment und biometrische Authentifizierung? |
Voraussetzung
für eine Authentifizierung ist das so genannte Enrolment, bei dem
die biometrischen Merkmale einer Person als Referenz entweder dezentral
auf einer Chipkarte oder im PC oder zentral in einer Datenbank abgespeichert
und bei Bedarf einem Namen zugeordnet wird. Da die Qualität des Enrolmentergebnisses
ganz wesentlich über die Leistungsfähigkeit der Authentifizierung
entscheidet, muss die Durchführung besonders sorgfältig erfolgen.
Es versteht sich von selbst, dass das Enrolment in einer vertrauenswürdigen
Umgebung stattfinden muss.
Bei einer Authentifizierung
erfolgt eine erneute Aufnahme des biometrischen Charakteristikums. Diesmal
wird es nicht abgespeichert, sondern mit einer oder mehreren Referenzen
verglichen. Ergibt der Vergleich eine ausreichende Ähnlichkeit, kann
z.B. eine Freigabe der zugehörigen Anwendung erfolgen.
Die meisten biometrischen
Systeme führen im Detail folgende Arbeitsschritte durch:
-
Aufnahme eines die zu
extrahierenden biometrischen Merkmale enthaltenden Datensatzes (z.B. Bild
oder Ton), genannt biometrisches Sample, mittels Datenerfassungseinheit
incl. Sensor
-
Überprüfung
der Datenqualität; bei unzureichender Qualität sofortige Abweisung
oder Ausgabe geeigneter Nutzerhinweise zur Verbesserung der Datenaufnahme
-
Extraktion der biometrischen
Merkmale aus dem Datensatz und Bildung eines biometrischen Merkmalsdatensatzes
-
Beim Enrolment: Speicherung
der biometrischen Merkmale als "Referenz" im "Referenzarchiv"
-
Bei der Authentifizierung:
Vergleich des aktuellen biometrischen Merkmals mit der Referenz und Bildung
eines Wertes zur Angabe der Übereinstimmung ("Score")
-
Bei der Authentifizierung:
Überschreitet der Scorewert eine voreingestellte Schwelle, erfolgt
Authentifikation, andernfalls wird die Anfrage abgelehnt
| Welche
Vorteile bietet der kombinierte Einsatz von Chipkarten und Biometrie? |
In der Biometrie
bietet sich der Einsatz von Chipkarten an, um durch Kombination mit "Besitz"
die Wahrscheinlichkeit von Falsch-Authentifikationen weiter zu reduzieren.
Dazu werden in der Chipkarte nicht nur die biometrischen Referenzen abgespeichert,
sondern auch die Identitätsdaten des Anwenders. Zur Authentifizierung
ist die Karte dann zwingend zusammen mit der Erfassung des biometrischen
Charakteristikums erforderlich. Es ergeben sich folgende Vorteile:
-
Keine Eingabe der Anwender-ID
über Tastatur erforderlich
-
Keine zentrale Referenzdatenbank
erforderlich
-
Kompromittierung der
biometrischen Charakteristika ohne Besitz der Karte unkritisch
-
Bei Anwendung einer
Chipkarte mit integriertem Kryptoprozessor und Vergleicher sind Systeme
konzipierbar, die eine Kompromittierbarkeit durch Auslesen und Entschlüsseln
der biometrischen Daten fast vollständig ausschließen.
-
Bei Kartendiebstahl
kann Kartensperrung und Ausstellung einer neuen Karte veranlasst werden.
Dazu ist lediglich ein auf der (Krypto-) Karte nicht auslesbar abgespeicherter
geheimer Schlüssel zu wechseln.
Ein noch höherer
Schutz gegen Falschauthentifikation als durch Einsatz einer Kryptokarte
lässt sich durch Integration des biometrischen Sensors in die Karte
erzielen. Dies ermöglicht einen wirksameren Schutz gegen das Einspielen
von kompromittierten Datensätzen, wenn der Sensor kartenextern nicht
"abhörbar" ist und die einzige Schnittstelle für die Eingabe
biometrischer Daten darstellt. Allerdings liefern heutige Chipkarten noch
nicht die hohe Rechenleistung, die für die dann auf der Karte erforderliche
Merkmalsextraktion benötigt wird.
| Was
versteht man unter Template-on-Card? |
Bei "Template
on Card" ist die biometrische Referenz als biometrisches Template elektronisch
in einer Chipkarte gespeichert. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:
-
Die Chipkarte ist eine
reine Speicherkarte, die Speicherung erfolgt unverschlüsselt
-
wie 1, jedoch mit verschlüsselter
Speicherung
-
Die Chipkarte ist eine
Prozessorkarte (und bietet geheime Speicherungsmöglichkeiten)
-
Die Chipkarte ist eine
Prozessorkarte mit Kryptofunktion
Die genannten Möglichkeiten
erfüllen in aufsteigender Reihenfolge steigende Sicherheitsanforderungen.
In allen Fällen ist zu beachten, dass die Kommunikationspartner der
Chipkarte die Sicherheit des Gesamtsystems mitbestimmen.
| Wie
kann ein PC-Netzzugangsschutz mit "Template on Card" aussehen? |
Wir betrachten
folgende Implementierungsmöglichkeiten:
Die Chipkarte ist eine
reine Speicherkarte, die Speicherung erfolgt unverschlüsselt
Über einen biometrischen
Sensor erfolgt im Rahmen des Enrolments zunächst die Merkmalsextraktion
innerhalb des PCs mit anschließender Abspeicherung der extrahierten
Referenz auf der Chipkarte. Zum Zwecke der Authentifizierung steckt der
Zugangssuchende seine Chipkarte in den Chipkartenleser und lässt sein
biometrisches Charakteristikum erneut erfassen. Das erfasste Charakteristikum
wird nach Extraktion im PC mit der von der Chipkarte ausgelesenen biometrischen
Referenz im PC verglichen. Ergibt der Vergleich ausreichende Übereinstimmung,
erfolgt die volle Freigabe zum Netzzugang, indem der PC das auf dem PC
verschlüsselt abgespeicherte Passwort dem Server entschlüsselt
zuschickt.
Die Chipkarte ist eine
reine Speicherkarte, die Speicherung erfolgt verschlüsselt
Siehe oben. Zusätzlich
erfolgt jedoch eine Entschlüsselung der Referenz von der Karte auf
dem PC oder besser auf dem Server mit einem dort geschützt abgelegten
Schlüssel. Alternativ sollte der Vergleichsvorgang ebenfalls auf dem
Server erfolgen. Dazu werden die aktuell erfassten extrahierten biometrischen
Merkmale gesichert vom PC zum Server übertragen.
Die Chipkarte ist eine
Prozessorkarte mit Kryptofunktion
Der Kommunikationspartner
der Kryptokarte sind der PC, der biometrische Sensor und ein geschützter
Server. Bei einem Anmeldeversuch bauen Kryptokarte und Server eine gesicherte
Verbindung auf. Der Server holt sich den Referenzdatensatz von der Kryptokarte.
Parallel extrahiert der PC die biometrischen Merkmale des vom Sensor kommenden
biometrischen Samples und sendet sie (eventuell über Einmalschlüssel
abgesichert) zum Server, wo sie mit den biometrischen Referenzen von der
Karte verglichen werden. Ist der Vergleich positiv, erfolgt die PC-Freigabe
auf die Netz-Laufwerke.
| Was
versteht man unter Matcher-on-Card? |
Bei Chipkarten
mit integriertem Matcher erfolgt nicht nur die Speicherung, sondern auch
der Vergleich der biometrischen Referenz mit den Anfragemerkmalsdaten auf
der Karte. Die Karte benötigt deshalb einen integrierten Prozessor
("Smartcard").
| Welche
Eigenschaften bietet Matcher-on-Card? |
Vorteile gegenüber
allen anderen Lösungen
-
Anwendungen, die bisher
mit PIN-Authentifizierung auf einer Smartcard gearbeitet haben, lassen
sich ohne Umstellung der Infrastruktur auf Biometrie erweitern. Beispiel:
SIM-Karte beim GSM-Mobiltelefon. Selbst bei Verlust des Mobiltelefons und/oder
der SIM-Karte ist kein unberechtigter Zugang zum Netz zu befürchten.
-
Da das Template die
Karte nicht verlassen muss, ist ein besserer Datenschutz gewährleistet
- aber nur dann, wenn der Nutzer auch die Datenaufnahme unter seiner vollständigen
Kontrolle hat (Beispiel: Handy).
Nachteile
Auf der Smartcard steht
nur eine sehr begrenzte Rechen- und Speicherleistung zur Verfügung.
Dies bedingt Abstriche bei der biometrischen Performanz der Verifizierung.
| Welche
Messgrößen bestimmen die Leistungsfähigkeit eines biometrischen
Authentifizierungssystems? |
Falschakzeptanzrate
(FAR)
Die FAR
ist die Häufigkeit, mit der nichtberechtigte Personen als berechtigt
akzeptiert
werden. Da eine falsche Akzeptanz in der Regel zu Schäden führt,
ist die FAR ein sicherheitsrelevantes Maß. FAR ist eine nichtstationäre
statistische Größe, die eine starke individuelle Abhängigkeit
aufweist. Sie lässt sich für jedes einzelne biometrische Charakteristikum
separat bestimmen und wird in diesem Fall "persönliche FAR" genannt.
Falschrückweisungsrate
(FRR)
Die FRR
ist die Häufigkeit, mit der berechtigte Personen unberechtigterweise
zurückgewiesen
werden. Die FRR ist in der Regel ein Komfortmerkmal, da falsche Abweisungen
vor allem lästig sind. FRR ist eine nichtstationäre statistische
Größe, die eine starke individuelle Abhängigkeit aufweist.
Sie lässt sich für jedes einzelne Charakteristikum separat bestimmen
und wird in diesem Fall "persönliche FRR" genannt.
Nutzerausfallrate
(FTE = Failure To Enrol, auch FER)
Die Nutzerausfallrate
ist der Anteil an Personen, die (auch temporär) nicht enrolt werden
können. FER ist eine nichtstationäre statistische Größe,
die eine starke individuelle Abhängigkeit aufweist. Sie lässt
sich für jedes einzelne biometrische Charakteristikum separat bestimmen
und wird in diesem Fall "persönliche FER" genannt.
Werden bereits enrolte
Personen auch nach mehreren Verifizierungsversuchen fälschlicherweise
zurückgewiesen, spricht man von Failure To Acquire (FTA). FTA kann
durch temporär nicht messbare biometrische Charakteristika verursacht
sein ("Verband", unzureichende Sensorbildqualität etc.). FTA-Raten
tragen zur FRR bei und müssen nicht gesondert aufgeführt werden,
siehe FNMR und
FMR.
Falschidentifikationsrate
(FIR)
Die Falschidentifikationsrate
ist die Häufigkeit, mit der im Fall einer Identifizierung eine falsche
Zuordnung des biometrischen Merkmals zu einer Referenz erfolgt. Die genaue
Definition hängt von der Zuordnungsstrategie ab, da bei einer Identifizierung
nach dem Merkmalsvergleich oft mehrere Referenzmerkmale zur Endauswahl
stehen.
Weitere implizite
Messgrößen
False
Match Rate (FMR). Die FMR gibt den Anteil der beim Merkmalsvergleich
fälschlicherweise erkannten Personen an. Vorher auf Grund schlechter
(Bild-)qualität abgewiesene Versuche (Failure to Acquire, FTA) werden
im Gegensatz zur FAR nicht berücksichtigt. Man beachte, dass es von
der Anwendung abhängt, ob ein falsch erkanntes biometrisches Charakteristikum
zur Erhöhung der FAR oder der FRR beiträgt. (Es gibt Anwendungen,
die eine erfolgreiche Erkennung als Rückweisung definieren, wenn z.B.
die Doppelausstellung eines Ausweises für eine Person mit falscher
Identität durch Vergleich der aktuellen Referenzmerkmale mit den zentral
gespeicherten aller bisher ausgestellten Ausweise verhindert wird.)
False Non-Match
Rate (FNMR). Die FNMR gibt den Anteil der beim Merkmalsvergleich fälschlicherweise
nicht
erkannten Personen an. Vorher auf Grund schlechter (Bild-)qualität
abgewiesene Versuche (Failure to Acquire, FTA) werden im Gegensatz zur
FRR nicht berücksichtigt. Von der Anwendung hängt es wiederum
ab, ob ein falsch nicht erkanntes biometrisches Charakteristikum zur Erhöhung
der FRR oder der FAR beiträgt.
| Wie
ist die Nutzerausfallrate (FER/FTE) im Detail definiert? |
Auf Grund
der statistischen Natur der Nutzerausfallrate ist zur Sicherstellung brauchbarer
Ergebnisse eine große Zahl von Enrolmentversuchen durchzuführen.
Ein Enrolment kann erfolgreich oder nicht erfolgreich sein. Die Wahrscheinlichkeit
für einen Misserfolg FER(n) für eine bestimmte Person (oder ein
bestimmtes Feature) n ist gegeben durch:
| FER(n) = |
Zahl der misslungenen
Enrolmentversuche für eine Person (oder Merkmal) n
Gesamtzahl der Enrolmentversuche für
eine Person (oder Merkmal) n
|
Die Genauigkeit steigt
dabei mit zunehmender Zahl unabhängiger Versuche pro Person/Merkmal
n. Die globale FER für N Versuchsteilnehmer ist definiert als der
Mittelwert über alle FER(n):
|
FER =
|
1
N
|
|
N
|
|
|
n=1
|
|
FER(n) |
Die Genauigkeit steigt
wiederum mit der Zahl der Versuchsteilnehmer (N). Alternativ lässt
sich auch der Medianwert angeben.
Schließlich ist noch das Ergebnis
eines Enrolmentversuchs genau zu definieren:
Ein Enrolmentversuch
ist erfolgreich, wenn das Benutzerinterface der Anwendung eine "Erfolgreich"-
oder "Beendigungs"-Meldung herausgibt.
Ein Enrolmentversuch
gilt als fehlgeschlagen, wenn das Benutzerinterface eine "Misserfolgs"-Meldung
ausgibt. In Fällen, in denen kein definierter Abschluss erfolgt, ist
zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit ein festes Enrolmentzeitintervall
anzusetzen, nach dessen Ablauf von einem Misserfolg auszugehen ist.
| Was
ist bei der Definition der FRR zu beachten? |
Obwohl die
Falschrückweisungsrate FRR intuitiv einfach zu verstehen ist, kann
eine eindeutige oder zumindest universelle Definition große Schwierigkeiten
bereiten. Folgende Dinge sind zu berücksichtigen:
-
Die FRR ist eine statistische
Größe, deren Bestimmungsgenauigkeit von der Zahl der Messungen
abhängt. Sie ist nicht nur vom biometrischen System, sondern auch
vom Nutzer abhängig. Es gibt also eine persönliche FRR.
Will man über eine große Zahl von Personen mitteln, ist zu beachten,
dass das Endergebnis nicht durch einzelne Personen verfälscht wird.
Dies könnte dadurch geschehen, dass die Zahl der Versuche nicht für
alle Personen gleich ist. Man umgeht das Problem, indem man zunächst
die persönlichen FRRs bestimmt und dann über diese mittelt (oder
den Medianwert bestimmt, was aber andere Werte liefert!).
-
Es ist genau zu klären,
was man unter Zurückweisung verstehen will. Hier spielt z. B. die
Zahl der Erkennungsversuche bis zur endgültigen Feststellung einer
fehlgeschlagenen Erkennung eine Rolle. Es gibt Systeme, die eine Verifizierung
in Echtzeit kontinuierlich durchführen können. Hier bietet sich
an, ein Verifizierungszeitfenster festzulegen.
-
Viele biometrischen
Systeme lehnen eine Verifikation auf Grund schlechter Bildqualität
ab (Beispiele: verschmutzte oder glattgeschliffene Finger bei der Fingerprintverifizierung,
starke Umgebungsgeräusche bei der Stimmerkennung oder ungünstige
Beleuchtung bei der Gesichtserkennung, Sensorprobleme). Soweit sich solche
Probleme nicht auf Fehlbedienung zurückführen lassen, sind auch
Bildqualitätsabweisungen falsche Rückweisungen, denn dem Anwender
ist es gleich, warum er nicht erkannt wurde.
-
Selbst die persönliche
FRR kann mit der Zeit variieren. Sie sinkt z. B. im Laufe der Zeit, wenn
der Anwender das System häufig nutzt und dadurch lernt, falsche Rückweisungen
zu vermeiden. In solchen Fällen ist es höchstens für Vergleiche
sinnvoll, die FRR während der Lernphase zu ermitteln.
-
Falls eine Lebend-/Fälschungserkennung
zum Einsatz kommt, ist diese bei der Bestimmung der FRR zu berücksichtigen!
| Wie
ist die FRR im Detail definiert? |
Auf Grund
der statistischen Natur der Falschrückweisungsrate ist zur Sicherstellung
brauchbarer Ergebnisse eine große Zahl von Verifizierungen durchzuführen.
Eine Verifizierung kann erfolgreich oder nicht erfolgreich sein. Bei der
Bestimmung der FRR werden nur erfolgreich enrolte Nutzer berücksichtigt.
Die Wahrscheinlichkeit für einen Misserfolg FRR(n) für eine bestimmte
Person (oder ein bestimmtes Feature) n ist gegeben durch:
| FRR(n)
= |
Zahl der zurückgewiesenen
Verifizierungsversuche für eine berechtigte Person (oder Merkmal)
n
Zahl aller Verifizierungsversuche einer
berechtigten Person (oder Merkmal) n
|
Die Genauigkeit steigt
dabei mit zunehmender Zahl unabhängiger Versuche pro Person/Merkmal
n. Die globale FRR für N Versuchsteilnehmer ist definiert als der
Mittelwert über alle FRR(n):
|
FRR =
|
1
N
|
|
N
|
|
|
n=1
|
|
FRR(n) |
Die Genauigkeit steigt
wiederum mit der Zahl der Versuchsteilnehmer (N). Alternativ lässt
sich auch der Medianwert angeben.
Wichtig: Die auf
diese Weise bestimmte FRR beinhaltet sowohl schlechte Bildqualität
vom Sensor als auch andere Ablehnunggründe wie Merkmalspositionierung,
-verdrehung. In vielen Systemen sind Ablehnungen auf Grund mangelhafter
Qualität unabhängig vom Schwellwert.
Die FRR nach der
Qualitätsauslese (das heißt, ohne Berücksichtigung der
Qualitätsablehnungen!) ließe sich auch definieren als
Zahl der
zurückgewiesenen "qualifizierten" Versuche
Gesamtzahl der "qualifizierten" Versuche
|
Eine derartig
definierte FRR liefert zwar im Allgemeinen bessere Datenblattwerte, aber
diese Zahlen spiegeln nicht die Wirklichkeit aus Sicht des Anwenders wider,
dem es egal ist, ob er wegen unzureichender Merkmalsqualität oder
wegen einer falschen Vergleichs-Entscheidung abgelehnt wird.
Schließlich
ist noch das Ergebnis eines Verifizierungsversuchs genau zu definieren:
Ein Verifizierungsversuch
ist erfolgreich, wenn das Benutzerinterface der Anwendung eine "Erfolgreich"-Meldung
herausgibt oder aber der gewünschte Zutritt/Zugriff gewährt wird.
Ein Verifizierungsversuch
zählt als abgelehnt, wenn das Benutzerinterface eine "Ablehnungs"-Meldung
ausgibt. In Fällen, in denen keine Reaktion erfolgt, ist zur Sicherstellung
der Vergleichbarkeit ein festes Verifizierungszeitintervall anzusetzen,
nach dessen Ablauf von einer Ablehnung auszugehen ist.
| Was
ist bei der Definition der FAR zu beachten? |
Ähnlich
wie die FRR, kann auch die Falschakzeptanzrate unterschiedlich festgelegt
sein:
-
Die FAR ist eine statistische
Größe, deren Bestimmungsgenauigkeit von der Zahl der Messungen
abhängt. Sie ist nicht nur vom biometrischen System, sondern auch
vom Nutzer abhängig. Es gibt also eine persönliche FAR.
Will man über eine große Zahl von Personen mitteln, ist zu beachten,
dass das Endergebnis nicht durch einzelne Personen verfälscht wird.
Dies könnte dadurch geschehen, dass die Zahl der Versuche nicht für
alle Personen gleich ist. Man umgeht das Problem, indem man zunächst
die persönlichen FARs bestimmt und dann über diese mittelt (oder
den Medianwert bestimmt, was aber andere Werte liefert!). Bei der FAR-Bestimmung
ist es in der Regel einfacher, die Zahl der Erkennungsversuche auf eins
zu beschränken, da weitere Versuche pro Person zwar die ROC-Kurven
glätten, aber wenig zur statistischen Signifikanz beitragen.
-
Hat das biometrische
System ein Bildqualitätsmanagement, das einen fremden Nutzer bei schlechter
Bildqualität bereits vor einem biometrischen Vergleich abweist (Beispiele
siehe
hier), so ist dies natürlich
ebenfalls eine berechtigte Ablehnung, die zur Verbesserung der FAR beiträgt.
Stark konditionierte
biometrische Charakteristika (Stimme, Unterschrift) laden zur bewussten
Fälschung durch Nachahmung ein. Bei der Bestimmung der FAR ist festzulegen,
ob der Test einfach nur gegen fremde biometrische Charakteristika erfolgt
oder aber gegen bewusste Fälschungen. Die Unterschiede können
gravierend sein.
| Wie
ist die FAR im Detail definiert? |
Auf Grund
der statistischen Natur der Falschakzeptanzrate ist zur Sicherstellung
brauchbarer Ergebnisse eine große Zahl von "Angriffen" durchzuführen.
Eine Angriff kann erfolgreich oder nicht erfolgreich sein. Die Wahrscheinlichkeit
für einen Erfolg (FAR(n)) für einen Angriff gegen eine bestimmte
enrolte Person n (oder ein bestimmtes Charakteristikum n) ist gegeben durch:
| FAR(n) = |
Zahl der erfolgreichen
unabhängigen
Angriffe gegen eine Person (oder Charakteristikum) n
Gesamtzahl der unabhängigen
Angriffe gegen eine Person (oder Charakteristikum) n
|
Die Genauigkeit steigt
dabei mit zunehmender Zahl unabhängiger Angriffe pro Person/Charakteristikum
n. Unabhängigkeit bedeutet in diesem
Zusammenhang, dass die Angriffe mit unterschiedlichen Personen bzw. Charakteristika
durchzuführen sind! Die globale FAR für
N enrolte Versuchsteilnehmer ist definiert als der Mittelwert über
alle FAR(n):
|
FAR =
|
1
N
|
|
N
|
|
|
n=1
|
|
FAR(n) |
Die Genauigkeit steigt
wiederum mit der Zahl der Versuchsteilnehmer (N). Alternativ lässt
sich auch der Medianwert angeben.
Ob eine korrekte
Ablehnung auf Grund schlechter Merkmalsqualität oder wegen der Nichtberechtigung
des Angreifers erfolgte, bleibt nach dieser Definition (wie auch im wirklichen
Leben) ohne Belang.
Die entscheidende Zahl zur Abschätzung
der statistischen Signifikanz ist die Zahl der unabhängigen
Versuche. Offensichtlich sind 2 Versuche, bei denen wechselweise eine Person
die Referenz und die andere Person die Anfrage stellt, nicht unabhängig
voneinander. Diese doppelten Versuche sind von der Anzahl
aller Anfragen nichtberechtigter Personen abzuziehen. Ebenso
gelten Mehrfach-Versuche einer nichtberechtigten Person bzw. mit dem selben
Charakteristikum als abhängig und sind deshalb für die statistische
Signifikanz ohne Bedeutung.
Schließlich
noch folgendes zu klären bzw. zu definieren:
-
Was ist ein Angriff?
-
Wie ist das Ergebnis
eines Angriffs genau definiert?
Üblicherweise wird
bei der FAR-Bestimmung unter Angriff nur die Benutzung der biometrischen
Charakteristika nicht berechtigter Personen verstanden. Dies kann jedoch
eine falsche Sicherheit vorspiegeln, denn die Liste weiterer Angriffsmöglichkeiten
ist lang.
Ein Angriffsversuch
ist erfolgreich, wenn das Benutzerinterface der Anwendung eine "Erfolgreich"-Meldung
herausgibt oder aber der gewünschte Zutritt/Zugriff gewährt wird.
Ein Angriffsversuch
gilt als abgelehnt, wenn das Benutzerinterface der Anwendung eine
"Ablehnungs"-Meldung ausgibt. In Fällen, in denen keine Reaktion erfolgt,
ist zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit ein festes Verifizierungszeitintervall
anzusetzen, nach dessen Ablauf von einer Ablehnung auszugehen ist.
| Wie
misst man die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion eines biometrischen Systems
für berechtigte und nichtberechtigte Personen? |
Um die Performanz
eines biometrischen Verifizierungssystems zu ermitteln, untersucht man
die Reaktion des Systems auf eine große Zahl von Anfragen mit den
biometrischen Charakteristika sowohl des Berechtigten als auch einer Vielzahl
von Nichtberechtigten. Auf Grund natürlicher Schwankungen und messtechnischer
Unvollkommenheiten ist das Ergebnis einer solchen Anfrage nie mit absoluter
Sicherheit, sondern nur mit begrenzter Genauigkeit vorhersagbar. Um an
die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion der beiden Fehlerarten "Falschakzeptanz"
und "Falschrückweisung" zu kommen, nutzt man nicht das Ergebnis der
Ja/Nein-Entscheidung "berechtigt - nichtberechtigt" sondern ein dieser
Entscheidung zu Grunde liegendes Maß der Ähnlichkeit einer Anfrage
mit dem abgespeicherten Referenzmerkmal. In je einer Messreihe sammelt
man die Ähnlichkeitswerte für den Berechtigten und die Nichtberechtigten.
Sodann wird für jeden Ähnlichkeitswert die Häufigkeit des
Auftretens gezählt. Die sich daraus ergebenden beiden Histogramme
sind, normiert mit der Gesamtzahl der Anfragen, Annäherungen an die
gesuchten Wahrscheinlichkeitsdichtefunktionen. Sie stellen eine messtechnische
Abschätzung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines bestimmten
Ähnlichkeitswerts (n) für den Berechtigten (pB(n))
und die Nichtberechtigten (pN(n)) dar:
| pB(n) ~ |
Anzahl der Messungen mit dem Ähnlichkeitswert
n für den Berechtigten
Gesamtzahl der Messungen für den Berechtigten
|
| pN(n) ~ |
Anzahl der Messungen mit dem Ähnlichkeitswert
n für die Nichtberechtigten
Gesamtzahl der Messungen für die Nichtberechtigten
|
Je höher die Gesamtzahl der Messungen,
desto genauer ist die Abschätzung.
(Siehe "Statistische
Signifikanz". Eine mathematische Bestimmung der Wahrscheinlichkeiten
als Verhältnis der relevanten Möglichkeiten zur Gesamtzahl der
Möglichkeiten scheitert in der Biometrie daran, dass es (anders als
beim Würfel) einfach zu viele Möglichkeiten gibt, um diese alle
erfassen zu können.)
Im praktisch leider
nicht erreichbaren Idealfall zeigen beide Verteilungskurven keine Überlappung.
Das bedeutet, Anfragen Nichtberechtigter erzielen sehr kleine Ähnlichkeitswerte,
Anfragen Berechtigter ausschließlich hohe Ähnlichkeitswerte.
Damit ließe sich bequem ein Entscheidungsschwellwert definieren,
so dass Berechtigte eindeutig von Nichtberechtigten unterscheidbar wären.
In der Praxis gibt es jedoch immer eine Überlappung, man muss nur
die Zahl der Anfragen groß genug machen. Hier ein typisches Diagramm:

| Wie
lässt sich das FAR/FRR-Kurvenpaar eines biometrischen Systems bestimmen? |
Die Fehlerkurven
FAR und FRR sind als die Wahrscheinlichkeiten definiert, dass ein Nichtberechtigter
als berechtigt bzw. ein Berechtigter als nichtberechtigt angesehen wird,
und zwar in Abhängigkeit einer einstellbaren Entscheidungsschwelle
für die Ähnlichkeit der biometrischen Merkmale mit dem gespeicherten
Referenztemplate. Die folgenden Ableitungen gelten für die Annahme,
dass die Ähnlichkeit ganzzahlige Werte zwischen 0 und K annehmen kann,
und dass der Einfachheit halber die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten
des Werts K gleich 0 ist. Das macht auch in der Praxis Sinn, wenn wir zunächst
die FMR und die FNMR betrachten und später zur Gewinnung von FAR und
FRR die schwellenunabhängigen Abweisungen auf Grund unzureichender
Bildqualität hinzunehmen. Weiterhin gehen wir davon aus, dass für
"Berechtigung" die Übereinstimmung zweier biometrischer Merkmalsdatensätze
und für Nichtberechtigung die Nichtübereinstimmung zu fordern
ist.
Ist ganz allgemein
eine Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
p für diskrete Ähnlichkeitswerte n gegeben, so ist die Wahrscheinlichkeit
PM(th)
dafür, dass die biometrischen Merkmale mit ihrem
Ähnlichkeitswert n einen Schwellwert th unterschreitet ("Fehltreffer",
der Index M bedeutet "miss"), gegeben durch
| |
|
|
|
|
| PM(0) |
:= |
0 |
|
|
| PM(th) |
= |
|
th-1
|
|
|
n=0
|
|
p(n) |
th
= 1, 2, 3, ..., K
|
Diese Formel ist nichts weiter als die
Anwendung des Additionssatzes der Wahrscheinlichkeit, demzufolge PM(th)
die Summe der Wahrscheinlichkeiten p(n) aller Ereignisse n ist, die die
Bedingung th < n erfüllen.
Da die Summe aus Treffern und Fehltreffern
gleich der Zahl der Gesamtereignisse sein muss, gilt für die Wahrscheinlichkeit
PH(th), dass die biometrischen Merkmale mit ihrem Ähnlichkeitswert
den Schwellwert th erreicht oder überschreitet ("Treffer",
der Index H bedeutet "hit"):
| PH(th) = 1-
PM(th) = |
|
K
|
|
|
n=th
|
|
p(n) |
th
= 0, 1, 2, ..., K
|
Die False Match Rate
FMR(th) approximiert die Wahrscheinlichkeit, dass der Ähnlichkeitswert
zweier nichtidentischer biometrischer Merkmale die Schwelle th erreicht
oder überschreitet. Deshalb gilt
| FMR(th)
~ PH(th) = 1 - |
|
th-1
|
|
|
n=0
|
|
pN(n) |
th
= 1, 2, 3, ..., K
|
Für die False
Non-Match Rate FNMR(th) gilt dann analog
| FNMR(th)
~ PM(th) = |
|
th-1
|
|
|
n=0
|
|
pB(n) |
th
= 1, 2, 3, ..., K
|
wobei pN die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
für die Nichtberechtigten und pB die für den Berechtigten
darstellt. Die Näherung "~" ist ein Hinweis darauf, dass nur der Erwartungswert
der gemessenen Fehlerraten FMR und FNMR mit den Wahrscheinlichkeiten PH
bzw. PM identisch ist. Für die Randwerte
gilt sogar exakt:
| FMR(0)
= 1 |
|
FMR(K)
= 0 |
| |
|
|
| FNMR(0)
= 0 |
|
FNMR(K)
=
1 |
Zur Berechnung der
FAR und FRR ist die schwellenunabhängige Qualitätsrückweisungsrate
QRR (je nach Definition gleich der FTA Rate) einzubeziehen. Es gilt dann
für den Fall, dass eine fälschliche Akzeptanz einem fehlerhaften
Merkmalsvergleich zugeordnet wird:
| FAR(th)
= (1 - QRR) FMR(th) |
| |
| FRR(th)
= QRR + (1 - QRR) FNMR(th) |
Für die Randwerte
bekommen wir entsprechend:
| FAR(0)
= 1 - QRR |
|
FAR(K)
= 0 |
| |
|
|
| FRR(0)
= QRR |
|
FRR(K)
= 1 |
Legt man also einen
Ähnlichkeitswert th als Schwelle für die Unterscheidung zwischen
Berechtigten und Nichtberechtigten fest, so ergibt sich die experimentelle
Abschätzung der Falschakzeptanzrate FAR(th) als Anzahl der oberhalb
dieser Schwelle liegenden Ähnlichkeitswerte des Nichtberechtigten
im Verhältnis zur Gesamtzahl der Versuche/Ähnlichkeitswerte.
Umgekehrt setzt sich die Falschrückweisungsrate FRR(th) aus der unterhalb
und auf der Schwelle liegenden Anzahl der Ähnlichkeitswerte des Berechtigten
im Verhältnis zu dessen Gesamtzahl zusammen. Somit ergeben sich durch
Integration (in der Praxis sukzessive Summation) der Wahrscheinlichkeitsdichtekurven
die FAR- und FRR-Kurven in Abhängigkeit einer als einstellbar angenommenen
Schwelle th. Hier ein typisches Ergebnis in linearer und logarithmischer
Darstellung:

| Wie
ermittelt man die "Receiver Operating Characteristic" (ROC) eines biometrischen
Systems? |
Das FAR/FRR-Kurvenpaar
ist zwar hervorragend geeignet, einen optimalen Schwellwert für das
biometrische System festzulegen. Weitere Aussagen über die Leistungsfähigkeit
des Gesamtsystems sind jedoch nur beschränkt möglich. Der Grund
dafür ist zum Teil die Interpretation des Schwellwerts bzw. des Ähnlichkeitsmaßes.
Die Definition des Ähnlichkeitsmaßes ist eine Sache der Realisierung.
So sind fast beliebige Skalierungen und Transformationen möglich,
die zwar das Aussehen der FAR/FRR-Kurven beeinflussen, nicht aber die Wertepaare
FAR-FRR zueinander. Gängiges Beispiel ist die Benutzung eines "Abstandmaßes"
zwischen Referenzmerkmal und Anfragemerkmal. Je größer die Ähnlichkeit,
desto kleiner der Abstand. Man erhält also eine Spiegelung der FAR/FRR-Kurven.
Ein beliebtes Spiel ist es, den Arbeitsbereich der FAR/FRR-Kurven im Bereich
der EER (Equal Error Rate: FAR(th) = FRR(th)) etwas zu dehnen,
hier also mehr Schwellwerte zu spendieren, um das Verfahren weniger empfindlich
gegen Schwellwertänderungen erscheinen zu lassen.
Um echte Vergleichbarkeit
verschiedener Systeme zu erzielen, ist deshalb eine Darstellung erforderlich,
die von Schwellwertskalierungen unabhängig ist. Eine solche Darstellung
ist die aus der Radartechnik bekannte Receiver Operating Characteristic
(ROC), die nichts weiter als die FRR-Werte gegen die FAR-Werte aufträgt
und somit den Schwellenparameter eliminiert. Die ROC kann wie die FRR nur
Werte zwischen 0 und 1 annehmen und ist auf den Bereich 0 bis 1 auf der
x-Achse (FAR) beschränkt. Sie zeichnet sich durch folgende Eigenschaften
aus:
-
Die ideale ROC nimmt
nur Werte auf der X (FAR)- und Y (FRR)-Achse an, d.h., wenn die FRR ungleich
null ist, ist FAR null und umgekehrt.
-
Der obere Punkt (lineare
Darstellung, unter Verwendung der hier gemachten Definitionen) ist für
alle Systeme durch FAR=0 und FRR=1 gegeben.
-
Die ROC kann nicht ansteigen.
Da sich die ROC-Kurve
bei guten Systemen sehr dicht an den Koordinatenachsen bewegt, ist es sinnvoll
für eine oder beide Achsen einen logarithmischen Maßstab zu
wählen:

Anmerkung 1: Anstelle
von "ROC" wird auch der Begriff "DET" (Detection Error Tradeoff) benutzt.
In diesen Fällen ist der Begriff "ROC" für die komplementäre
Darstellung 1 - FRR gegen FAR reserviert.
Anmerkung 2:
Häufig werden für ROC und DET anstelle der Systemfehlerraten
FRR und FAR die Vergleichsfehlerraten FNMR und FMR herangezogen. Dies hat
einige mathematische Vorteile, repräsentiert die Praxis aber nur dann
vollständig, wenn FTE und FTA tatsächlich 0 sein sollten, so
dass FRR = FNMR und FAR = FMR. Somit eignen sich ROCs und DETs auf der
Basis von FNMR/FMR nur unter dieser (Ausnahme-) Bedingung als Vergleichmaßstab
für Gesamtsysteme! Man beachte weiterhin, dass EER-Werte ebenfalls
davon abhängen, ob sie auf der Basis FNMR/FMR oder FRR/FAR definiert
sind. Ein Vergleich der EERs unterschiedlicher Systeme ist also nur dann
sinnvoll, wenn die Definitionen übereinstimmen.
| Wie
ändert sich die FAR beim Übergang von Verifizierung zu Identifizierung? |
Während
bei der Verifizierung nur der Vergleich des biometrischen Merkmals mit
einer
Referenz erfolgt, sind es bei der Identifizierung N (N>0) unterschiedliche
Referenzen. Dies hat auf jeden Fall eine Erhöhung der FAR zur Folge,
und zwar im Idealfall wie folgt:
Hier ist FARN
die Falschakzeptanzrate für N unterschiedliche Referenzen. Die Formel
gilt nur, wenn die korrekte Zuordnung der Identität keine Rolle spielt,
wie dies z. B. bei der einfachen Zugangskontrolle der Fall ist.
Für
N·FAR1 deutlich kleiner als 1, gilt näherungsweise
Beispiel: Die
Datenbank enthält 100 000 unterschiedliche Referenzen. Im Fall einer
Identifizierung würde eine FAR von 10-7 auf ca. 10-2ansteigen!
Für Anwendungen,
die auf einer korrekten Zuordnung der Identitätsdaten bestehen (Beispiel
Banktransaktionen), gelten andere Formeln, die unter Bestimmung
der FIR dargestellt sind.
| Wie
ändert sich die FRR beim Übergang von Verifizierung zu Identifizierung? |
Bei einer
Identifizierung erfolgt ein Vergleich zwischen dem biometrischen Merkmal
und allen Referenzen. Im Vergleich zur Verifizierung wird auf diese Weise
mehr als ein Ähnlichkeitswert erzeugt. Dies macht aber die Entscheidung
komplexer, ob ein Merkmal zu akzeptieren ist oder nicht. Insbesondere gibt
es mehrere Möglichkeiten, eine Entscheidung durchzuführen, wenn
z. B. mehrere Ähnlichkeitswerte eine Schwelle überschreiten.
Als Resultat ist für jedes Entscheidungsverfahren genau anzugeben,
was man unter einer falschen Rückweisung verstehen will. Dazu nachfolgend
zwei Beispiele.
Man unterscheidet
zwischen Anwendungen, die nach erfolgter Identifizierung die Identifikationsdaten
weiterverwerten (Beispiel: Zugriff auf das zugehörige Bankkonto) und
Anwendungen, bei denen die Auswertung identitätsneutral ist (Beispiel:
Zugang zu einem Raum ohne Protokollierung der Anwesenheit der identifizierten
Person). Im ersten Fall kann es passieren, dass eine falsche Zuordnung
des biometrischen Merkmals erfolgt. Man spricht hier von einer Falschidentifikation,
gekennzeichnet durch die Falschidentifikationsrate FIR. Denkbar ist weiterhin,
dass mehrere Referenzen Ähnlichkeitswerte oberhalb des Schwellwerts
erzeugen. Dieser Fall wird bei der Bestimmung der FIR
behandelt, wobei verschiedene Entscheidungsstrategien zu unterschiedlichen
Ergebnissen führen.
Im zweiten Fall nimmt
mit zunehmender Zahl von unterschiedlichen Referenzen die Falschrückweisungsrate
FRR ab! Wie kann das passieren? Ganz einfach: Es steigt die Wahrscheinlichkeit,
dass der Berechtigte nicht nur von der eigenen Referenz, sondern auch von
einer fremden "erkannt" wird, was unter normalen Umständen eine Falschakzeptanz
wäre. Aber nach außen merkt der Benutzer ja nicht, dass hier
"Himmel" und "Hölle" kooperieren. Mathematisch sieht das unter idealisierten
Bedingungen so aus:
| FRRN
= FRR1 (1 - FAR1)N-1 |
| Wie
lässt sich die Falschidentifikationsrate FIR rechnerisch bestimmen? |
Da bei einer
Identifizierung die biometrischen Merkmale mit vielen Referenzen verglichen
werden, kann der Fall auftreten, dass die Ähnlichkeitswerte für
mehrere Referenzen die voreingestellte Schwelle überschreiten. Dies
ist zwar unkritisch, wenn es um reine Zutrittsberechtigungen geht, führt
aber zu großen Problemen, wenn eine korrekte Zuordnung von Identitätsdaten
zum biometrischen Merkmal unabdingbar ist (Beispiel: Zugriff auf Bankkonten
per Bankautomaten).
Die Wahrscheinlichkeit
dafür, dass unabhängig von der richtigen Referenz noch weitere
(aber per Definition falsche) Kandidaten auftreten, lässt sich aus
der FAR berechnen, da diese Kandidaten bei einer Verifikation eben eine
Falschakzeptanz darstellen würden. Ihr Wert ist durch
| 1 - (1 - FAR1)N-1
~ (N - 1) FAR1 |
gegeben, wobei FAR1
die Falschakzeptanzrate für ein System mit einer Referenz ist. N stellt
die Zahl der Referenzen dar. Die Näherung (rechte Seite) gilt für
den Fall, dass der resultierende Wert deutlich unter 1 liegt.
Wie groß die
Falschidentifikationsrate ist, lässt sich erst bestimmen, wenn aus
der Menge der Kandidaten eine Auswahl erfolgt ist. Eine Regel, die sich
in vielen praktischen Realisierungen wiederfindet, kann z. B. die Auswahl
des Kandidaten mit dem höchsten Ähnlichkeitswert sein (vorausgesetzt,
der tritt nur einmal auf). Leider ist in diesem Fall die FIR nur bestimmbar,
wenn die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktionen sowohl für die falsche
Akzeptanz als auch die falsche Rückweisung vorliegen.
Rechnerisch etwas
einfacher zu behandeln ist die Regel, dass im Fall von mehreren Kandidaten
eine komplette Rückweisung erfolgt, was die FRR erhöht und die
FAR reduziert. Hier gelten folgende Definitionen:
| FAR |
|
Wahrscheinlichkeit,
dass eine nicht berechtigte Person identifiziert wird |
| FRR |
|
Wahrscheinlichkeit,
dass eine berechtigte Person nicht identifiziert wird |
| FIR |
|
Wahrscheinlichkeit,
dass eine berechtigte Person identifiziert, aber einer falschen ID zugeordnet
wird |
Mit diesen Definitionen
ergeben sich unter idealisierten Bedingungen (statistische Unabhängigkeit,
gleiche Fehlerraten für alle Personen, ...) folgende
Formeln, wobei der Index N wieder die Zahl der Referenzen angibt:
| FARN
= N FAR1 (1 - FAR1)N-1 |
| FRRN
= 1 - (1 - FRR1 - FAR1 + N FRR1 FAR1)
(1 - FAR1)N-2 |
| FIRN
= (N - 1) FRR1 FAR1
(1 - FAR1)N-2 |
| Wann
sind FAR- und FRR-Messwerte statistisch signifikant? |
Statistische
Signifikanz bedeutet, dass die angegebenen Performanzwerte in Abhängigkeit
von der Versuchszahl mit einer definierten Wahrscheinlichkeit innerhalb
eines bestimmten Fehlerintervalls liegen. Da biometrische Größen
schwer durch statistische Modelle zu fassen sind, ist das Vorliegen der
statistischen Signifikanz schwer abzuschätzen. Als Faustregel ("Doddington's
Regel") gilt, dass so viele Versuche zu machen sind, dass mindestens 30
Fehlerfälle auftreten
[Porter 1977].
Beispiel: Eine FAR von 10-6 gilt also dann als vertrauenswürdig,
wenn es bei 30 Millionen Versuchen höchstens 30 falsche Akzeptanzen
gegeben hat. Ein Fehlversuch unter einer Millionen Versuchen
gehört zwar auch zu einer FAR von 10-6, hat aber statistisch
gesehen weit weniger Aussagekraft. Daran erkennt man insbesondere, wie
aufwändig biometrische Tests werden, wenn die spezifizierte Performanz
extrem gut sein soll. Etwas einfacher dürfte die Situation sein, wenn
an Stelle einfacher Ja/Nein-Entscheidungen zusätzliche Informationen
berücksichtigt werden können, wie z. B. die Nähe einer Entscheidung
zur Akzeptanzschwelle.
| Was
ist beim Vergleich der ROC-Performanz von biometrischen Systemen zu beachten? |
Die Genauigkeits-Performanz
eines Verifizierungssystems lässt sich durch exakt drei statistische
Größen beschreiben: FAR, FER und FRR. Da diese drei Größen
indirekt über Parameter wie Qualitätsakzeptanzschwellen für
Enrolment und Authentifizierung voneinander abhängen, ist ein Vergleich
zweier Systeme über eine einzige Größe nur dann sinnvoll,
wenn die übrigen zwei Größen jeweils gleich sind. Wenn
beispielsweise die FAR zweier Systeme verglichen werden soll, dann müssen
sowohl die beiden FRR- als auch die beiden FER-Werte gleich sein. Für
ein ROC-Diagramm lässt sich diese Bedingung einfach dadurch erfüllen,
dass die FER-Messwerte aller FAR/FRR-Kombinationen gleich sind. Leider
wird dies oft nicht berücksichtigt!
Eine Lösung
dieses Problems zeigt z.B. die Auswertung der Fingerprint
Verification Competition FVC2002 auf. Dort wurden verschiedene Algorithmen
zur Fingerabdruckerkennung getestet. Die Idee zur Einbeziehung bzw. Eliminierung
der FER besteht in der Definition eines virtuellen "FTE-Users" im Falle
eines Failure-to Enrol mit folgenden Eigenschaften:
-
Falls der virtuelle
"FTE-User" eine (virtuelle!) Authentifizierung versucht, ist das Ergebnis
immer eine Ablehnung, wobei sich die FRR erhöht.
-
Falls ein Unberechtigter
eine (virtuelle!) Authentifizierung gegen einen "FTE-User" versucht, wird
stets von einer Ablehnung ausgegangen, was in diesem Fall zu einer Verminderung
der FAR führt.
Dies eliminiert tatsächlich
die FER mit der Folge, dass sowohl die ROC-Kurve als auch die FAR/FRR-Messwertpaare
vergleichbar werden. Mathematisch entspricht dies der Einführung der
Generalisierten FRR (GFRR) und der Generalisierten FAR (GFAR). (Es ist
die Aufgabe einer Standardisierung, diese Begriffe zu fixieren. Wir werden
sie hier benutzen, bis diese abgeschlossen ist.) Die Berechnung der GFRR
und GFAR ist relativ einfach, wenn wir annehmen, dass jedem Authentifizierungsversuch
ein eigenes Enrolment vorausgeht. Diese Annahme ist deshalb sinnvoll, weil
die Authentifizierungsperformanz nicht unabhängig vom Enrolment ist:
Ein gutes Enrolment liefert bessere FRR-Werte als ein schlechtes. Deshalb
erscheint es statistisch gesehen genauer zu sein, nicht die gesamte FRR-Statistik
von einem einzigen Enrolment abhängen zu lassen!
| GFAR(th)
= (1 - FER) FAR(th) |
| |
| GFRR(th)
= FER + (1 - FER) FRR(th) |
Hier kennzeichnet
(th) die Abhängigkeit vom Entscheidungsschwellen-Parameter th, der
im Bereich 0 bis K (beliebig) liegt, siehe "Wie lässt
sich das FAR/FRR-Kurvenpaar eines biometrischen Systems bestimmen?".
Diese Formeln zeigen eine deutliche Verwandtschaft zu denen, die für
die FAR und FRR unter Berücksichtigung der bei der Authentifizierung
auftretenden FTA (Failure-to-Acquire) abgeleitet wurden.
Auf ähnliche
Weise erhalten wir für die Grenzwerte:
| GFAR(0)
= (1 - FER)(1 - QRR) |
|
GFAR(K)
= 0 |
| |
|
|
| GFRR(0)
= FER + (1 - FER) QRR |
|
GFRR(K)
= 1 |
Beide Formeln sind
symmetrisch in QRR (= FTA) und FER (= FTE), was auf eine starke Verwandtschaft
zwischen Nutzerausfallrate und Qualitätsrückweisungsrate hindeutet.
In einigen Fällen sind diese Werte sogar gleich. Das ist z.B. dann
der Fall, wenn das biometrische System für Enrolment und Authentifizierung
die gleichen Qualitätsbewertungsverfahren und -schwellen einsetzt.
In der Praxis wird man aber stets von asymmetrischen Anforderungen mit
höherer FER ausgehen, um z.B. das Enrolment von Nonsens-Merkmalen
auszuschließen. Desweiteren führt eine zu schlechte Enrolmentqualität
zu Einbußen im täglichen Gebrauch eines Authentifizierungssystems.
In vielen Anwendungen ist es nämlich besser, mehr Zeit für das
(einmalige) Enrolment zu spendieren als Zeit für mehrfache Authentifizierungsversuche
zu verlieren.
Konsequenterweise
wird ein ROC-Diagramm, das GFAR- und GFRR-Werte nutzt, GROC (Generalized
ROC) genannt.
| Was
versteht man unter Separierbarkeit eines biometrischen Systems? |
Die ROC
ermöglicht einen objektiven Vergleich verschiedener biometrischer
Systeme, allerdings auf Basis einer Kurve. Praktikabler wäre die Angabe
einer einzigen Maßzahl, die eine Art Mittelwert über alle Betriebseinstellungen
bildet. Damit ist natürlich nur eine globale Beschreibung eines Systems
möglich. Man muss sich deshalb darüber im Klaren sein, dass ein
System zwar global besser sein kann als ein anderes, dafür aber lokal,
z.B. im Arbeitspunkt, unterlegen.
Separierbarkeit ist
intuitiv die Fähigkeit eines biometrischen Systems, Berechtigte und
Nichtberechtigte auf Grund biometrischer Charakteristika voneinander zu
unterscheiden. Je höher die Separierbarkeit, desto kleiner der Fehler
bei der Zuordnung von Berechtigten und Nichtberechtigten. Das Separierbarkeitsmaß
darf ähnlich wie die ROC natürlich nicht von realisierungsspezifischen
Skalierungen abhängen. Nicht zuletzt sollte ein Separierbarkeitsmaß
einfach zu berechnen sein.
Ein bekanntes Maß
für die (inverse) Separierbarkeit ist die EER.
Leider beschreibt die EER nur einen einzigen Punkt der ROC. Ihre Definition
besticht durch Einfachheit, die Berechnung ist nicht ganz so einfach, da
der EER-Punkt nicht als Messwert vorliegt, sondern durch Entscheidung und
Approximation abzuleiten ist.
Ein (inverses) Separierbarkeitsmaß,
das auch die Nachteile der EER vermeidet, ist die Fläche unter der
ROC-Kurve. Sie lässt sich ganz einfach durch Summation aller ROC-Werte
ermitteln. Einzige Schwierigkeit ist die Tatsache, dass die ROC-Werte nicht
äquidistant sind. Es muss also zusätzlich eine Gewichtung jedes
y-Werts (FAR) durch den Abstand des zughörigen x-Werts von seinem
Nachbarwert erfolgen. Dieser Abstand ist für jeden ROC-Punkt gerade
die Differenz bzw. Steigung zweier aufeinanderfolgender Werte in der FAR-Kurve.
Damit ist dieser Abstand aber durch die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
des Nichtberechtigten gegeben. (Für kontinuierliche Funktionen, wo
man die Summe durch ein Integral ersetzen muss, wäre dies eine Konsequenz
aus der Substitutionsregel für Integrale!) Damit lässt sich die
ROC-Fläche, hier ROCA genannt, berechnen durch (K+1 ist die Zahl der
betrachteten Ähnlichkeitswerte)
| ROCA = |
|
K
|
|
|
n=1
|
|
FRR(n) pN(n-1) |
|
pN: Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
für Nichtberechtigten
|
Diese Formel kommt
allein mit Additionen und Multiplikationen vorhandener Messwerte aus. Und
obwohl hier über realisierungsspezifische Ähnlichkeitswerte n
summiert wird, ist die ROCA doch unabhängig von deren Definition.
Allerdings
muss man hier die Annahme treffen, dass keine schwellenunabhängige
Rückweisung stattfindet, d. h., FRR = FNMR und FAR = FMR.
Sowohl die EER als
auch die ROCA können Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Ideale Separierbarkeit
eines biometrischen Systems und damit der Verteilungen pB und
pN führt offenbar dazu, dass beide Größen null
sein müssen. Aber welcher Wert gehört zu idealer Nichtseparierbarkeit?
Intuitiv kann ideale Nichtseparierbarkeit eigentlich nichts anderes bedeuten
als dass die beiden Verteilungen pB und pN
exakt identisch sind. In diesem Fall gilt aber:
| pN =pB |
=>
|
FAR = 1 - FRR |
=>
|
EER = ½ |
und
| pN =pB |
=>
|
ROCA = |
|
K
|
|
|
n=1
|
|
FRR(n) pB(n-1) |
~ ½ |
(Beweis für die Näherung: Man
ersetze die Summe durch ein Integral und betrachte pB als die
Ableitung von FRR. Nun muss man nur noch die Regel für die partielle
Integration anwenden.)
Vernünftige Werte für EER und
ROCA liegen danach zwischen den beiden Extremwerten 0 für perfekte
Separierbarkeit und ½ für perfekte Nichtseparierbarkeit. Welche
Bedeutung haben dann die Werte zwischen ½ und 1? Dieser Bereich
ist offenbar dem Fall überlassen, dass die beiden Verteilungen pB
und
pN ihre Rolle vertauschen und im Diagramm ihre Plätze wechseln.
Für die Separierbarkeit hat dieser Wertebereich in der Biometrie somit
keine praktische Bedeutung!
| Worauf
muss man bei der Angabe von FAR/FRR-Werten achten? |
Die Messung
biometrischer Charakteristika, aber auch die Charakteristika selbst sind
statistischen Schwankungen unterworfen. Jedes biometrische Erkennungssystem
hat deshalb eine eingebaute Akzeptanzschwelle, deren Erhöhung die
FAR verkleinert und gleichzeitig die FRR erhöht. Aus diesem Grund
sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass angegebene FAR-
und FRR-Werte zur selben Schwelle gehören. Irreführend sind deshalb
auch singuläre Angaben nur der FAR oder nur der FRR.
Zusätzlich muss
beim Vergleich der FAR/FRR-Werte unterschiedlicher Systeme auch die Nutzerausfallrate
FER berücksichtigt werden. Denn das Enrolment ist so parametrisierbar,
dass nur Merkmalsproben mit sehr hoher Qualität zur Weiterverarbeitung
zu Referenztemplates zugelassen werden, während Merkmalsproben minderer
Qualität unter den Tisch fallen und somit zur Erhöhung der FER
beitragen. Eine auf diese Weise erhöhte FER trägt nämlich
üblicherweise zur Verbesserung der FAR- und FRR-Werte bei (und umgekehrt)!
In der Biometrie
sind FAR/FRR-Werte nicht theoretisch herleitbar und müssen deshalb
als statistische Größen in aufwändigen Tests ermittelt
werden. Ebenso schwierig ist die statistische Signifikanz der so ermittelten
FAR- und FRR-Werte herleitbar. Derzeit gibt es keine standardisierten Messverfahren.
Deshalb kann das Ergebnis je nach Testbedingungen um Größenordnungen
schwanken. Klarheit verschafft nur die Offenlegung der Testbedingungen.
| Hängt
die Performanz eines biometrischen Systems vom Anwender ab? |
In aller
Regel ja. Dies gilt sowohl für die Falschakzeptanzrate FAR als auch
für die Falschrückweisungsrate FRR. Man kennt es aus dem täglichen
Leben, dass sich manche Gesichter leicht und andere sehr schwer merken
und wiedererkennen lassen. So gesehen, ist die übliche Angabe von
Mittelwerten der FAR und FRR für den einzelnen Anwender wenig hilfreich.
Diese Anwenderabhängigkeit ist
u. a. auch verantwortlich
dafür, dass die statistischen Eigenschaften von FAR- und FRR-Messungen
so gut wie gar nicht quantifizierbar sind.
| Ist
die Nutzerausfallrate ein typisch biometrisches Problem? |
Jedes biometrische
Merkmal kann zeitweise oder permanent ausfallen. Beispiele für temporäre
Ausfälle sind abgeschliffene oder verklebte Fingerkuppen bei Fingerprint,
Medikamenteneinnahme bei Iris (Atropin, das u. U. eine Lebenderkennung
irritieren kann), Heiserkeit bei Stimmerkennung oder der Gipsarm, der die
Unterschrift nicht gelingen lässt. Permanente Ausfälle sind bekannt
z. B. bei Augenlinsentrübungen, die eine Retinaerkennung unmöglich
machen oder seltene Hautkrankheiten, die das Fingerprintmuster auf Dauer
zerstören. Deshalb benötigt jedes biometrische System ein Rückfallverfahren.
Ein solches braucht man aber auch, wenn jemand seinen Schlüssel verloren
oder seine PIN vergessen hat, so dass grundsätzlich nicht nur biometrische
Systeme von Nutzerausfällen betroffen sind, sondern alle Authentifizierungsverfahren.
Man darf aber davon ausgehen, dass biometrische Verfahren auch hier im
Vorteil gegenüber herkömmlichen Methoden sind.
| Ist
die EER ein verlässliches Maß für die Performanz biometrischer
Systeme? |
Nein. Unter Benutzung des
Schwellwertparameters sind die meisten praktischen biometrischen Systeme
nicht so eingestellt, dass FAR = FRR (was die EER definiert), sondern dass
FAR << FRR. Da sich ROC-Kurven verschiedener Systeme
bei gleicher EER völlig unterschiedlich verhalten können, sind
durchaus Unterschiede von mehreren Zehnerpotenzen in anderen ROC-Bereichen
möglich. Um solch große Fehler zu verhindern, ist es zwingend
erforderlich, ausschließlich FAR - FRR-Wertepaare im Arbeitspunkt
zu betrachen, indem man z.B. die FARs bei gleicher FRR vergleicht. Ein
Vergleich der EER ist nur in den seltenen Fällen sinnvoll, in denen
die EER als Arbeitspunkt gewählt wird.
| Wie
lassen sich die FAR und die FRR eines biometrischen Authentifizierungssystems
minimieren? |
Die Falschakzeptanzrate
FAR ist in den Erkennungsalgorithmen über die Akzeptanzschwelle einstellbar.
Je höher die Akzeptanzschwelle, desto niedriger der FAR. Gleichzeitig
führt eine Erhöhung der Akzeptanzschwelle aber auch zu einer
Erhöhung der Falschrückweisungsrate FRR. Ziel muss es deshalb
sein, bei gegebener FRR eine möglichst kleine FAR (und umgekehrt)
zu erhalten. Dabei gibt es Einflussfaktoren, die primär auf die FAR
wirken und solche, die vorrangig die FRR beeinflussen. Bei fester FAR hängt
die FRR von folgenden Faktoren ab:
| Was
versteht man unter der "Sicherheit" eines Authentifizierungssystems? |
Statt "Sicherheit"
meint man eigentlich primär die Schutzfähigkeit gegen falsche
Authentifikationen. Diese können auftreten
-
durch eine zu hohe Falschakzeptanzrate
(FAR),
-
durch gezielte Fälschungsversuche
-
und durch technische
Realisierungsfehler.
Perfekten Schutz kann
es nicht geben, jedoch kann man versuchen, die FAR so klein wie möglich
zu machen, die Kosten für Fälschungsversuche so hoch wie möglich
zu treiben und Realisierungsfehler durch intensive Tests zu vermeiden.
Dabei gilt die alte Regel, dass die Stärke einer Kette durch ihr schwächstes
Glied bestimmt wird. Da höhere Schutzfähigkeit auch immer mit
höheren Kosten einher geht, gilt es, einen Kompromiss zu finden, der
dem möglichen Schadensfall angemessen ist.
In den Bereich Sicherheit
fällt auch der Schutz der biometrischen und weiteren Anwenderdaten
gegen sonstigen Missbrauch.
| Was
versteht man unter Kompromittierung biometrischer Charakteristika? |
Kompromittierung
ist in diesem Fall das Bekanntwerden einzelner oder mehrerer biometrischer
Charakteristika eines Menschen.
| Ist
die Kompromittierung biometrischer Charakteristika ein Problem? |
Biometrische
Charakteristika sollen möglichst einmalig und unveränderbar sein.
Deshalb wird mit einer Kompromittierung häufig die Gefahr gesehen,
dass die biometrischen Charakteristika missbraucht werden könnten
und danach wie ein Passwort unbrauchbar sind, nur dass ein Passwort jederzeit
durch ein anderes austauschbar ist und das biometrische Charakteristikum
eben nicht. Wie groß diese Gefahr tatsächlich ist, hängt
von der Anwendung und den mit ihr verbundenen Vorkehrungen gegen Kompromittierungen
ab.
Ja - wenn die Kompromittierung
statistisch gesehen in einer biometrischen Anwendung einen mittleren Gesamt-Schaden
anrichten kann, der größer ist als der zu erwartende mittlere
Gesamt-Nutzen. Damit wird allgemein regelmäßig dann zu rechnen
sein, wenn Vorkehrungen gegen Kompromittierung in keinem vernünftigen
Verhältnis zur Kompromittierbarkeit und zur möglichen Schadenshöhe
stehen. Im Speziellen wird dies biometrische Systeme betreffen, die das
biometrische Charakteristikum ausschließlich als Geheimnis betrachten,
obwohl es leicht zu kompromittieren ist und sich daraus auf einfache Weise
ein Plagiat zu Fälschungszwecken herstellen lässt.
Ja - wenn aus dem
biometrischen Charakteristikum Eigenschaften des Trägers extrahierbar
sind, die sich für ihn nachteilig auswirken können. Beispiel:
Genetische Krankheitsinformationen aus der DNA.
Nein - wenn das biometrische
System "zweifelsfrei" den Unterschied zwischen dem Original des biometrischen
Charakteristikums und einem aus dem kompromittierten biometrischen Charakteristikum
hergestellten Plagiat feststellen kann. Dies lässt sich in biometrischen
Systemen bis zu einem gewissen Grad durch eine Vielzahl organisatorischer
und technischer Maßnahmen erreichen und hängt stark vom gewählten
biometrischen Charakteristikum ab.
Vielfach wird
zwar viel Wert darauf gelegt, dass sich das körperliche Urbild (z.
B. das Fingerlinienbild) nicht aus den Referenzdatensätzen zurückrechnen
lasse. Selbst wenn dies stimmte, nützte es allerdings nicht viel,
da zum Missbrauch bereits irgend ein Abbild eines Betroffenen ausreicht,
das die gleichen biometrischen Merkmalsdaten erzeugt [Bromba
2003].
| Was
kann man gegen die Kompromittierung seiner biometrischen Charakteristika
tun? |
Stellen
Sie Ihre biometrischen Charakteristika nur vertrauenswürdigen Applikationen
vertrauenswürdiger Systembetreiber zur Verfügung. Der Betreiber
muss sich verpflichten, die biometrischen Daten nicht weiterzugeben und
sie ausreichend geschützt, am besten verschlüsselt, zu speichern.
Bevorzugen Sie biometrische
Anwendungen, die Ihre biometrischen Daten ausschließlich dann verwerten
können, wenn Sie dem System eine Chipkarte präsentieren, die
sich in Ihrem Besitz befindet. (Auf dieser Karte könnten die biometrischen
Referenzdaten gespeichert sein, oder ein geheimer, persönlicher Schlüssel,
der die temporäre Entschlüsselung der beim Betreiber gespeicherten
verschlüsselten Referenzdaten ermöglicht.)
Veröffentlichen
Sie keine biometrischen Charakteristika von sich, die von Natur aus schwer
kompromittierbar sind und die deshalb von biometrischen Anwendungen als
Geheimnisse betrachtet werden könnten, wie z.B. Fingerprint, Iris
oder Venenmuster. Dies ist besonders dann kritisch, wenn ein Fälscher
die biometrischen Daten einer konkreten Person zuordnen kann.
| Was
ist in Bezug auf Sicherheit bei Template-on-Card zu beachten? |
Wir betrachten
folgende Möglichkeiten der Speicherung von biometrischen Referenzen
auf einer Chipkarte:
Die Chipkarte ist eine
reine Speicherkarte, die Speicherung erfolgt unverschlüsselt
-
Die Chipkarte kann von
jedem, der diese Karte findet, ausgelesen werden.
-
Die Chipkarte ist beliebig
duplizierbar; den Nutzen daraus hat allerdings nur der Berechtigte.
-
Es lassen sich im Prinzip
Karten mit den Referenzen Nichtberechtigter herstellen, die dann auch Zugang
zum System haben.
-
Sind die (nichtbiometrischen)
Daten des Berechtigten ebenfalls auf der Chipkarte gespeichert, ist die
Gefahr einer Kompromittierung im Verlustfall sehr groß.
Die Chipkarte ist eine
reine Speicherkarte, die Speicherung erfolgt verschlüsselt
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Die Chipkarte kann von
jedem, der diese Karte findet, ausgelesen, aber der Inhalt nicht interpretiert
werden.
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Die Chipkarte ist beliebig
duplizierbar; den Nutzen daraus hat allerdings nur der Berechtigte.
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Die Authentifikation
durch Karten mit den Referenzen Nichtberechtigter lässt sich prinzipiell
verhindern.
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Eine Kompromittierung
der Daten lässt sich verhindern.
Die Chipkarte ist eine
Prozessorkarte mit Kryptofunktion
-
Die auf der Chipkarte
gespeicherten Daten sind nur von einem vertrauenswürdigen Kommunikationspartner
(z. B. abgesicherter PC oder abgesicherter Server über nichtabgesicherten
PC) auslesbar und interpretierbar.
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Eine Duplizierung der
Chipkarte ist verhinderbar.
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Die Authentifikation
durch Karten mit den Referenzen Nichtberechtigter lässt sich prinzipiell
verhindern.
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Eine Kompromittierung
der Daten lässt sich verhindern.
Von der konkreten Anwendung
hängt es ab, welche Sicherheitsanforderungen zu stellen sind und welche
Lösung deshalb in Frage kommt.
| Fördert
Biometrie den Datenschutz oder fordert sie ihn heraus? |
Bedenken
bezüglich des möglichen Missbrauchs biometrischer Daten haben
eine Diskussion darüber aufleben lassen, ob Biometrie die Privatsphäre
eher schützt oder aber weiter aushöhlt. Nach Woodward
(1999) ist eine zentrale Frage die, ob der Anwender die volle
Kontrolle über seine Daten hat und weiß, wann, wo und warum
seine biometrischen Daten genutzt werden. Prinzipiell sind biometrische
Daten unbemerkt vom Träger auch für nicht beabsichtigte Anwendungen
wiederverwertbar, und im Vergleich zu einfachen ID-Nummern ist die
Furcht vor Missbrauch derart persönlicher Charakteristika ungleich
höher. Manche biometrischen Daten, die wie z.B. die DNA auch Gesundheits-Informationen
enthalten können, könnten an kommerzielle Interessenten, Versicherungsgesellschaften
oder staatliche Organisationen weitergeleitet werden. Datenschutzbedenken
im Zusammenhang mit der Biometrie umfassen nach Wirtz
(2000) folgende Punkte:
-
Nichtautorisierter Zugriff
zu biometrischen Daten
-
Nichtautorisierte Weitergabe
biometrischer Daten an Dritte
-
Verwendung biometrischer
Daten für vom Träger nicht vorgesehene Zwecke
-
Sammlung biometrischer
Daten ohne Wissen des Trägers
Die Beachtung von Datenschutzbestimmungen
und Persönlichkeitsrechten ist eine zentrale Voraussetzung für
den Erfolg biometrischer Systeme. Gesetzliche Maßnahmen können
dazu beitragen, dass Biometrie im Sinne des Anwenders genutzt wird und
dadurch den Schutz des Einzelnen vor Missbrauch erhöhen.
| Ist
Biometrie "sicherer" als Passwörter? |
Diese Frage
enthält mindestens zwei Probleme: Biometrie nicht gleich Biometrie,
und der Begriff "sicher" wird zwar in der Umgangssprache gern benutzt,
ist aber eigentlich nicht allgemeingültig, sondern eher heuristisch
definiert. Jedoch kann man versuchen, Pro- und Kontra-Argumente zu finden,
um wenigstens eine intuitive Antwort zu ermöglichen.
Fakt ist, dass die
Sicherheit von passwortgeschützten Werten in besonders starkem Maße
vom Anwender abhängt. Wenn der Anwender sich zu viele Passwörter
merken muss, wird er versuchen,
ein Passwort für möglichst
viele Anwendungen zu benutzen. Ist ihm diese Möglichkeit verwehrt,
bleibt als nächstes die Konstruktion sehr einfacher Passwörter.
Ist auch dies nicht machbar (Beispiele: Der Benutzer bekommt das Passwort
vorgegeben oder die Bildungsregeln sind zu komplex), wäre eine nächste
Rückfallstufe das Aufschreiben der Passwörter auf Papier, was
dann aus "geheimem Wissen" "persönlichen Besitz" macht. Natürlich
wird nicht jeder Anwender zwangsläufig so reagieren. Vielmehr spielt
die Motivation des Anwenders eine wesentliche Rolle: Ist ihm überhaupt
der mögliche Schaden eines leichtfertigen Umgangs mit Passwörtern
bewusst? Einfach ist die Sache, wenn der Anwender seinen eigenen Besitz
schützen möchte. Häufig geht es aber eher darum, "fremdes"
Gut zu schützen (z. B. das des Arbeitgebers), dessen Wert man nicht
recht einschätzen kann. Fehlt die Motivation, wird jedes Passwort
vor allem als lästig empfunden. In diesem Fall, und das scheint der
Normalfall zu sein, kann man davon ausgehen, dass Biometrie klare Vorteile
hat.
Andererseits zeichnen
sich Passwörter durch eine unschlagbare theoretische Schutzfähigkeit
aus: Ein achtstelliges Passwort, das alle (Sonder-) Zeichen eines 8-bit-Alphabets
enthalten darf, bietet 1020 Kombinationsmöglichkeiten!
Da tut sich im direkten Vergleich jedes biometrische Charakteristikum schwer.
Die Voraussetzungen sind klar: Solch ein Passwort ist maximal schwer zu
erlernen, es darf nicht aufgeschrieben werden, es darf nicht weitergegeben
werden, die Eingabe muss absolut geheim erfolgen, es darf nicht erpresst
werden, und die technische Realisierung muss perfekt sein. Damit sind wir
bei der praktischen Seite: Die Realisierung muss gefeit sein gegen Angriffe
wie Replayattacken, Tastaturattrappen (z. B. falsche Geldautomaten), Abhören
usw. Auch biometrische Charakteristika haben mit solchen Problemen zu kämpfen.
Jedoch kann man davon ausgehen, dass biometrische Daten nicht leichter
abzuhören sind als Passwörter, gleichen Realisierungsaufwand
vorausgesetzt!
Schlussfolgerung:
Es gibt sicher Fälle, in denen Passwörter mehr Sicherheit bieten
können als biometrische Charakteristika. Normalfälle sind dies
jedoch nicht!
Publikationen
-
Albrecht, A. "Biometrische
Verfahren im Spannungsfeld von Authentizität im elektronischen Rechtsverkehr
und Persönlichkeitsschutz", Frankfurter Studien zum Datenschutz, Nomos,
2003.
-
Behrens, M; Roth, R.
(Herausgeber) "Biometrische Identifikation - Grundlagen, Verfahren, Perspektiven",
Vieweg, 2001.
-
Bromba, M. U. A. "On
the reconstruction of biometric raw data from template data", 2003-04-20
-
Jain, A.; Bolle. R.; Pankanti;
S. (Editors); "Biometrics: Personal Identification in Networked Society",
Kluwer Academic Publishers, 1999.
-
Lenz, J.-M.; Schmidt, C.;
"Die elektronische Signatur", Deutscher Sparkassenverlag, ISBN 3093057051,
2004.
-
Petermann, Thomas;
Sauter, Arnold; "Biometrische
Identifikationssysteme", TAB-Arbeitsbericht,
2002.
-
Porter, J. E. "On the
"30 error" criterion", in: "National
Biometric Test Center - Collected Works - 1997-2000 - San
Jose State University ".
-
Wirtz,
B. "Biometric Systems 101 and Beyond", in: Secure - The Silicon Trust Quarterly
Report, Autumn 2000, 12-17.
-
Woodward,
J.D.; "Biometrics: identifying law and policy concerns", in: Jain,
A.; Bolle. R.; Pankanti; S. (Editors); "Biometrics: Personal Identification
in Networked Society",
Kluwer Academic Publishers,
1999, 385-405.
-
Zhang,
D.; Jing, X.; Yang, J.; "Biometric Image Discrimination Technologies",
Idea Group Publishing, ISBN 159140830X, 2006
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Links
Informationsquellen
Gemeinnützige Organisationen
Universitäten und Institute
Resource Guides
Evaluierungen, Tests, Zertifizierungen
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Autor
Manfred U. A. Bromba begann 1968
eine Lehre bei der Nixdorf Computer AG und schloss diese als Elektroniker
ab. Es folgten ein Studium der Elektrotechnik und der Physik an der Universität
Paderborn. Nach seiner Promotion forschte er noch weitere 2 Jahre auf dem
Gebiet der digitalen Signalverarbeitung, bevor er 1983 zum Bereich Halbleiter
der Siemens AG wechselte. Dort war er für eine Reihe von Produktinnovationen
aus dem Bereich Multimedia verantwortlich:
Erster IC-Satz für Flimmerfreies 100
Hz-Fernsehen (1987)
Erstes Embedded-DRAM-IC für Fernsehgeräte
(1988)
Multiport Serial Access Memory for TV (TV-SAM)
High-End Grafik-IC für Teletext (MEGATEXTTM)
MultiMediaCardTM
Erster voll funktionsfähiger Prototyp
eines MP3-Players mit Speicherkarte (1995) (beauftragt bei Fa. Pontis)
1986 erfolgte die Gründung der Firma
"Dr. Bromba Infrarotindikatoren".
1997 übernahm Bromba im Siemens-Bereich
Private Netze die Biometrieaktivitäten. 1999 entstanden die ersten
Labormuster eines Mobiltelefons mit Fingerprint-Authentifizierung
sowie einer ID-Card mit Fingerprintsensor und kompletter Verarbeitung auf
der Karte.
Manfred Bromba ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen
und Erfindungen. Er wirkte als Mitglied beim TeleTrusT e.V., dem CAST e.V.
und in der NI-AHGB/NI-37 des DIN e.V. aktiv bei der Förderung und
Standardisierung biometrischer Systeme mit.
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